Familienministerin will für gerechtere Verteilung minderjähriger Flüchtlinge sorgen
Ohne Eltern in der Fremde

Familienministerin Manuela Schwesig will spätestens bis Ende März einen Gesetzentwurf für eine bessere Verteilung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge vorlegen. Damit reagiert sie auf drängende Klagen aus Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen, wo derzeit besonders viele betreuungsbedürftige Kinder und Jugendliche ankommen.

"Die wenigen Städte wie Berlin, Hamburg oder München können nicht allein das derzeitige Problem aller unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge lösen", sagte die SPD-Politikerin am Freitag. Deren Zahl steigt seit Jahren. Allein in Hamburg wurden vergangenes Jahr 1200 Jugendliche aufgenommen, in Bayern 3400. Bisher müssen Flüchtlinge, die minderjährig sind und allein nach Deutschland kommen, an dem Ort betreut werden, an dem sie erstmals mit den Behörden in Kontakt kommen. Im Gegensatz zu erwachsenen Asylbewerbern dürfen sie nicht in andere Regionen geschickt werden, wo es noch freie Plätze gibt. Bundesländer, die kaum unbegleitete Minderjährige betreut haben, mussten aber bislang Ausgleichszahlungen leisten.

Gleichzeitig warb Schwesig dafür, Flüchtlingen, die in Deutschland ein Studium oder eine Lehre angefangen haben, einen gesicherten Aufenthaltsstatus mindestens für die Dauer ihrer Ausbildung zu geben. "Damit schaffen wir Rechtssicherheit sowohl für die Betriebe als auch für die Auszubildenden", sagte sie. Die SPD-Ministerin kann dabei auch auf Unterstützung aus der Wirtschaft hoffen.
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