FDP bekennt Farbe

Die Freien Demokraten wollen zurück auf die große politische Bühne. Von Umfrageergebnissen will sich FDP-Chef Christian Lindner nicht entmutigen lassen. Die Liberalen starten mit neuer Farbenlehre und der alten politischen Forderung nach Steuersenkungen ins neue Jahr. Bild: dpa

Neue Farben, neues Glück? Die FDP zeigt an Dreikönig ein frisches Logo. Parteichef Christian Lindner rechnet mit der AfD ab - und holt das "Mehr-Netto-vom-Brutto"-Steuerversprechen aus der Mottenkiste.

Bunt und kämpferisch im Existenzkampf: Die FDP hat beim traditionellen Dreikönigstreffen ein neues Parteilogo enthüllt. Neben den gewohnten Farben Gelb und Blau umfasst es nun auch Magenta. So wollen die Liberalen, die nicht mehr im Bundestag sind, moderner und sympathischer auf Wähler wirken. Scharf grenzte FDP-Chef Christian Lindner in seiner mehr als einstündigen Rede vor rund 1400 Gästen in Stuttgart seine Partei von der Anti-Islam-Bewegung Pegida und der rechtskonservativen AfD ab.

Überraschend kündigte der 35-Jährige an, dass die FDP sich wieder für Steuersenkungen einsetzen will. Das gescheiterte "Mehr-Netto-vom-Brutto"-Versprechen von 2009 war ein Hauptgrund für das Scheitern bei der Bundestagswahl. Trotz miserabler Umfragewerte von nur rund zwei Prozent zeigte sich Lindner für die nächsten Wahlen am 15. Februar in Hamburg und im Mai in Bremen optimistisch: "Der Wert einer Überzeugung misst sich nicht an Umfragen." Die FDP sei nach einem schonungslosen Selbstfindungsprozess bereit, wieder Verantwortung zu übernehmen. Schwerpunkte setzte Lindner auf Wirtschaft, Bildung und Bürgerrechte. Dazu tritt die FDP wieder für Steuersenkungen ein. Seit seine Partei aus dem Bundestag raus sei, sei dort die Steuerpolitik komplett vom Radar verschwunden. Rückendeckung bekommt die FDP aus der Wirtschaft. Industriepräsident Ulrich Grillo sagte: "Die FDP als wirtschaftspolitisches Gewissen fehlt mir, das sieht man ja im Bundestag."

Auch wenn neue Farben ihr Erscheinungsbild prägen, will sich die Partei treu bleiben. Liberale Grundüberzeugungen würden nicht verwässert. Im Gegenteil: "Wir wollen die Dosis erhöhen", meinte Lindner, der eine "FDP pur"-Strategie ankündigte, um 2017 die Rückkehr in den Bundestag zu schaffen. Dafür werde die Partei seriös arbeiten, und nicht blind auf die politische Konkurrenz einschlagen. Eine Ausnahme machte Lindner bei der AfD. Diese mache sich mittlerweile mit Pegida gemein. "Die bürgerliche Maske ist gefallen, dahinter verbirgt sich ein hässlich reaktionäres Gesicht." Der Machtkampf um Bernd Lucke zeige: "Der Professor Biedermann hat seine Schuldigkeit getan, jetzt übernehmen die Brandstifter." (Kommentar)
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