Festnahmen nach gewaltsamen Protesten gegen die PKK
Krawalle in der Türkei

In Istanbul protestierten am Dienstagabend Tausende gegen die verbotene Arbeiterpartei PKK. Bild: dpa
Der Konflikt mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verschärft die Spannungen in der Türkei. Nach gewaltsamen Ausschreitungen türkischer Nationalisten hat die Polizei 93 Menschen festgenommen, wie die Behörden in Istanbul am Mittwoch mitteilten. Türkische Demonstranten hatten am Dienstag an verschiedenen Orten des Landes gegen die PKK demonstriert. Kurdische Bürger und Geschäfte waren am Dienstagabend das Ziel zahlreicher Gewalttaten. Zuvor hatte sich der Konflikt im südöstlichen Grenzgebiet ausgeweitet.

Nach Angaben des Führers der pro-kurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, kam es zu mehr als 400 Übergriffen. Er gab dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Premier Ahmet Davutoglu die Schuld an der eskalierenden Situation. "Die von einer Hand gelenkte Angriffsaktion wird von der Regierung ausgeführt", sagte Demirtas. Sowohl die HDP-Zentrale in der Hauptstadt Ankara als auch andere Büros der Partei im Land wurden attackiert. In einigen Regierungskreisen werden der Partei Verbindungen zur verbotenen PKK nachgesagt. In Istanbul griffen Anhänger Erdogans erneut das Gebäude der Zeitung "Hürriyet" an.

Bei PPK-Anschlägen sind diese Woche bereits 31 türkische Polizeibeamte getötet worden. Die Türkei flog zahlreiche Luftangriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak.
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