Feuerwehr Kirchenthumbach mit neuem Einsatzfahrzeug bei Großeinsatz
Feuertaufe für "Sepp"

Erst wurden die Einsatzkräfte grob gereinigt, dann kamen sie weiter in die Waschzelte der Kirchenthumbacher Feuerwehr. Die bestehen aus drei Einheiten: ein Auskleide-, ein Dusch- und ein Ankleidezelt. Im mittleren wurden die Einsatzkräfte mit 38 Grad warmem Wasser und Duschgel gereinigt. Bild: mor

Seit Juli hat die Feuerwehr Kirchenthumbach ein neues Einsatzfahrzeug: einen Dekontaminations-Lastkraftwagen-Personen, kurz Dekon-Lkw-P. Der Flugzeugabsturz bei Engelmannsreuth war dessen Feuerprobe.

Kirchenthumbach/Grafenwöhr. (esc) "Wir haben das Fahrzeug erst vor kurzem bekommen", sagt Kommandant Wolfgang Böhm. Der Dekon-Lkw-P ist speziell für solche Fälle konzipiert: Der 16-Tonner transportiert vor allem Ausstattung zur Dekontamination und der hygienischen Reinigung von Einsatzkräften. Benannt ist das neue Fahrzeug nach Ehrenvorsitzenden Josef Schuller, "Sepp".

Kirchenthumbacher Feuerwehr im Einsatz

Die Kirchenthumbacher Feuerwehr war also bestens gerüstet, als vergangene Woche ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-16 in einen Wald stürzte. Die Feuerwehrmänner aus Kirchenthumbach waren zuständig, die anderen Helfer nach deren Einsatz zu reinigen. "Wir haben 65 Leute durch das Duschzelt geschleust", erzählt Böhm weiter. Etwa 15 Mann der Kirchenthumbacher Wehr waren elf Stunden im Einsatz - von 10 Uhr bis 21 Uhr. Vom Aufbau der Zelte bis zum Abbau.

Doch auch dann waren die Männer noch nicht ganz fertig: Am Tag nach dem Absturz bauten sie das Zelt noch einmal auf, "zum Trocknen, weil es ja noch nass war". Die Zelte würden sonst schnell kaputtgehen. "Es wird bestimmt noch eine Nachbesprechung geben", ist er sicher. Auch das Material, das die Feuerwehr bei dem Einsatz verbraucht hat, muss nachgerüstet werden.

Suche nach den Tanks

Mit etwas weniger Feuerwehrmännern, aber nicht weniger lange waren die Grafenwöhrer im Einsatz. Neun Feuerwehrler machten sich im Chemikalienschutzanzug auf die Suche nach den Tanks. "Wir haben uns auf die angegebenen Koordinaten konzentriert", erzählt Vorsitzender und zweiter Kommandant Alexander Richter. Zwei Stunden hätten er und seine Kameraden nach den Tanks Ausschau gehalten. Dann kam Hilfe von oben: Zur gleichen Zeit machte sich ein Hubschrauber auf die Suche. "Innerhalb kürzester Zeit haben wir die Tanks gefunden", sagt er. "Danach haben wir das Gebiet abgesperrt und die Tanks mit Folien abgedeckt." (siehe Bericht unten)

Damit war die Arbeit der Grafenwöhrer Feuerwehr abgeschlossen. Auch sie muss aufrüsten. "Wir müssen Filtermasken besorgen und die Schutzanzüge reinigen", sagt Richter. Das sei aber ganz normal nach Einsätzen der Feuerwehr. An und für sich sei das ein "ganz normaler Einsatz" gewesen - wenn man von der Suche nach den Tanks absieht. Lob findet Richter für die gute Zusammenarbeit mit den anderen Wehren: "Das lief alles wirklich reibungslos."

Gute Zusammenarbeit bei dem Großeinsatz

Das sehen auch die Integrierten Leitstellen Bayreuth/Kulmbach und Nordoberpfalz so. Sie veröffentlichten eine gemeinsame Presseerklärung. Darin heißt es unter anderem: "Zu jedem Zeitpunkt dieses Großeinsatzes arbeiteten die beiden Leitstellen Bayreuth/Kulmbach und Nordoberpfalz und sämtliche beteiligten Hilfsorganisationen und Behörden ausnahmslos Hand in Hand." Weiterhin sei es nie zu einem "Zuständigkeitsgerangel" gekommen. Mit Kollegialität und Sachverstand seien Entscheidungen getroffen worden. Die beiden Leitstellen "danken allen Einsatzkräften, beteiligten Organisationen und Behörden für die sehr gute, professionelle und disziplinierte Zusammenarbeit, die zu einem mustergültigen Abschluss des Einsatzes führte".

Auch die US-Armee freut sich: "Wir sind dankbar für die hervorragende Unterstützung, die wir von den deutschen und amerikanischen Unfallhelfern erhalten haben, und wir sind stolz auf die gemeinsamen Bemühungen der gesamten Bergungsaktion", sagt der Vizekommandeur der Spangdahlem Air Base Steve Horton. Dort war der Unglücks-Flieger stationiert.
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