Feuerwehr Kommandant Christian Höllerl meister Großbrand mit 300 Einsatzkräften
Feuertaufe für neuen Kommandanten

Christian Höllerl, erst seit Kurzem Kommandant der Speinsharter Feuerwehr, leitete erfolgreich den Brand in Münchsreuth. Bild: do

Münchsreuth. (do) Für den 27-jährigen Christian Höllerl war es nicht nur sprichwörtlich die Feuertaufe. Vor knapp drei Wochen zum Kommandanten der Speinsharter Brandschützer gewählt, musste er als Einsatzleiter des Großbrandes in Münchsreuth am Dienstag (wir berichteten) eine Riesenverantwortung übernehmen.

Höllerl und mit ihm über 300 Einsatzkräfte aus der nördlichen Oberpfalz und aus Oberfranken meisterten diese Herausforderung vorbildlich, bemerkte Kreisbrandinspektor Georg Tafelmeyer. Trotz 24 Stunden Dauereinsatz organisierte der Speinsharter Kommandant auch die vorsorgliche Überwachung der erloschenen Brandnester und die ersten Aufräumarbeiten.

"Jetzt brauch' ich ein paar Stunden Pause", gab er erschöpft zu. Doch vorher war es ihm ein großes Anliegen, allen Einsatzkräften ein dickes Lob auszusprechen: "Die Löscharbeiten unter widrigsten Umständen verlangten den Rettungsmannschaften alles ab." Fast kein Wasser vor Ort und Orkanböen, die das Löschwasser aus den C-Schläuchen im Winde verwehen lassen - für jeden Löschtrupp sei das der blanke Horror, schilderte der Einsatzleiter die erschwerten Löschbedingungen. Zu den unglücklichen Umständen des Großbrandes gehörte unter anderem die fehlende Löschwasserreserve aus dem Dorfweiher. Wegen der bevorstehenden Sanierung war der Teich wenige Tage vorher trocken gelegt worden.

Landwirte bringen Wasser

Umso größer war der Respekt vor den Landwirten, die mit bis zu 18 Kubikmeter fassenden Güllewagen den Löschwassernachschub aus weiter entfernt liegenden Weihern organisierten. "Der Einsatz der Bauern war spitze", bestätigte Bürgermeister Albert Nickl, der allen Rettungs- und Hilfskräften den Dank der Gemeinde übermittelte. Kommandant Höllerl berichtete von weiteren Löschwasserentnahmestellen für die Tanklöschfahrzeuge in Oberbibrach und Speinshart und auch Flusswasser wurde angezapft. In einer aufwendig verlegten Schlauchleitung pumpten die Wehren aus 1,4 Kilometer Entfernung Wasser aus der Creußen zum Brandherd. Nicht minder groß war der Respekt über den Einsatz der Lagerfeuerwehr der US-Garnison. Vom Löschwasser aus den Gülle-Transportern gespeist, hätten die Wassermassen aus der Wasserkanone des Flugfeld-Löschfahrzeuges nachhaltig Wirkung gezeigt. Von großer Wirkung berichtete ferner Kreisbrandmeister Daniel Beaudet im Zusammenhang mit der Koordinierung des Großeinsatzes. Beaudet lobte die bezirksübergreifende Zusammenarbeit, die unbürokratische Hilfe von US-Seite und den mit 26 Helfern fulminanten Einsatz des Technischen Hilfswerks. Über die Brandursache wollte sich kaum 24 Stunden nach dem Feuer niemand äußern. Das bleibe den weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei überlassen, erklärte Einsatzleiter Christian Höllerl.

Als Erfolg wertete er die Rettung des Wohnhauses und des Rinderstalles. Bis auf einige leichtere Rauchvergiftungen, ein paar Schrammen und Verstauchungen seien keine nennenswerten Verletzungen zu beklagen, bilanzierte der Einsatzleiter erleichtert. Als Glück im Unglück bezeichnete Höllerl die Rettung der Kühe: "Kein Tier kam zu Schaden." Die Teilevakuierung des Rinderbestandes gehörte ebenfalls zu den umsichtigen Rettungsaktionen der Brandschützer.
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