Flüchtlinge überrennen die griechische Insel Kos
"Die Hölle auf Erden"

Warten auf die Essensausgabe: Der Bürgermeister von Kos ruft um Hilfe. Auf der Insel seien mehr als 7000 Migranten angekommen. Man könne mit dem Problem nicht mehr fertig werden. "Ich warne davor, die Gefahr eines Blutvergießens ist real", erklärt Giorgos Kyritsis. Bild: dpa
Die Lage auf der griechischen Ferieninsel Kos spitzt sich angesichts der wachsenden Zahl an Flüchtlingen dramatisch zu. "Für die Flüchtlinge ist die Unterbringung auf Kos gerade die Hölle auf Erden", sagte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) am Dienstag nach Gesprächen mit örtlichen Verantwortlichen, Helfern und Flüchtlingen auf Kos. "Hier herrscht Chaos. Und die Spannungen werden immer größer."

Roth war am Montag zu einem zweitägigen Besuch nach Kos gereist, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Hunderte Migranten kommen täglich von der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste auf die Insel. Hilfsorganisationen, der Staat und die Bevölkerung sind restlos überfordert. Ähnlich ist die Situation auf zahlreichen anderen Inseln im Osten der Ägäis.

Roth beklagte, für die Flüchtlinge auf Kos gebe es keine Versorgung. "Es fehlt an allem", sagte sie. "Das ist eine Verweigerung von Erster Hilfe für die Flüchtlinge." Die Menschen bräuchten dringend Essen, Kleidung, Unterkünfte und eine medizinische Versorgung. Es gebe die fast kafkaeske Situation, dass verschiedene Stellen zuständig seien, aber der eine die Verantwortung zum anderen schiebe. Und die Hilfsorganisationen und ehrenamtlichen Helfer seien allmählich am Ende ihrer Kräfte.
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