Flüchtlingsorganisation: Zu wenig Entscheider für schnellere Asylverfahren
Zweifel an Eilverfahren

Flüchtlinge aus dem Kosovo gehen in ihre Notunterkunft in der Turnhalle des Gymnasiums in Raubling im Landkreis Rosenheim. Bild: dpa
Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl hält die Beschleunigung der Asylverfahren für Kosovaren für unrealistisch. Das nötige Personal müsse erst gefunden werden, die Einarbeitung dauere etwa neun Monate, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Bernd Mesovic dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Man kann nicht davon ausgehen, dass binnen drei Monaten in einer Sturzgeburt 350 neue Asylentscheider da sitzen werden." Die Zahl der Asylbewerber aus dem Kosovo ist sprunghaft gestiegen. Seit Jahresbeginn reisten mehr als 18 000 nach Deutschland ein. Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind besonders betroffen. In diesen Ländern sollen die Asylanträge von Kosovaren nun in einem Schnellverfahren innerhalb von zwei Wochen abgearbeitet werden. Für Abschiebungen sind dann die Länder zuständig. Der Bund ist unzufrieden mit der Umsetzung. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) rief die Länder auf, abgelehnte Asylbewerber schneller abzuschieben. "Solange nicht konsequent abgeschoben wird, wird die Einwanderung weiter zunehmen", sagte er zur "Rheinischen Post". Auch die Beschleunigung der Verfahren habe nur begrenzte Wirkung, wenn die Abschiebung nicht umgesetzt werde. (Seite 5)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.