Flüchtlingsunterkunft angezündet - Erneut Demonstration gegen Asylheim in Freital
Brandanschlag in Meißen

Feuerwehrleute durchsuchen nach einem Brandanschlag eine noch unbewohnten Asylbewerberunterkunft in Meißen. Bild: dpa
Im sächsischen Meißen ist am Wochenende eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Brand gesteckt worden. Unbekannte seien in der Nacht zu Sonntag gewaltsam in das noch unbewohnte Haus eingedrungen, teilte die Polizei am Sonntag in Leipzig mit. An zwei Stellen ist den Angaben zufolge durch Brandbeschleuniger Feuer gelegt worden. In dem Haus wurde mindestens ein Zimmer zerstört.

Das Feuer in der Kleinstadt bei Dresden erinnert an Fälle im sachsen-anhaltischen Tröglitz und fränkischen Vorra. Auch dort wurden Asylunterkünfte in Brand gesteckt, unmittelbar bevor Flüchtlinge einziehen sollten. "Die Zahl der Straftaten gegen Asylbewerber und deren Unterkünfte ist gestiegen. Dem müssen wir entschlossen und hart entgegentreten", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Man dürfe nicht übersehen, "dass bei einem kleinen Teil der Bevölkerung Frust und sogar Wut steigen", sagte de Maizière. Er sprach sich dafür aus, Ängste und Sorgen ernst zu nehmen. "Aber eins muss auch klar sein: Ich toleriere keine Form von Gewalt oder Hass", betonte der CDU-Politiker, der direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Meißen ist. Auch die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) verurteilte den Anschlag. "Rassismus ist in keinem fall hinnehmbar".

Seit den "Pegida"-Demonstrationen in Dresden ist die Stimmung in gegenüber Flüchtlingen angespannt. Seit Tagen gehen in Freital bei Dresden "Pegida"-Sympathisanten gegen eine Flüchtlingsunterkunft auf die Straße. Auch am Wochenende. Einige der Demonstranten zeigen sich offen rechtsextrem: Drei Männer wurden nach Angaben der Polizei in den vergangenen Tagen festgehalten, weil sie "Sieg Heil" gerufen oder den Hitlergruß gezeigt haben. In dem ehemaligen Hotel sollen bis zu 280 Asylbewerber untergebracht werden.
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