Förderung von Elektroautos
Bundeskabinett macht den Weg frei

Unser Ziel ist es, dass man von Flensburg bis München lückenlos laden kann.

Verbraucher können künftig beim Kauf eines Elektroautos eine Prämie von bis zu 4000 Euro einstreichen. Das beschloss am Mittwoch das Bundeskabinett. Schon bald sollen so 300 000 neue Elektromobile unterwegs sein.

Berlin. Die Bundesregierung will mit Kaufprämien, Steueranreizen und Ladestationen im ganzen Land den Elektroautos zum Durchbruch verhelfen. Verbraucher können künftig beim Kauf eines reinen E-Autos einen "Umweltbonus" von 4000 Euro einstreichen. Bei einem Hybrid-Fahrzeug gibt es 3000 Euro. Die Kosten des Förderprogramms von 1,2 Milliarden Euro teilen sich Bund und Autoindustrie je zur Hälfte.

Länger steuerfrei


Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach am Mittwoch von einem wichtigen industriepolitischen Signal. Fortschritte bei der Elektromobilität seien entscheidend für die Zukunft des Automobilstandortes Deutschland: "Die steigende Nachfrage wird wichtige und notwendige Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Elektromobilität auslösen." Der Bund rechnet mit mindestens 300 000 E-Autos, die dank der Förderung gekauft werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will zudem Käufer von Elektroautos nun auch für zehn Jahre statt bisher für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreien. Außerdem finanziert der Staat mit 300 Millionen Euro den Aufbau von 15 000 neuen Strom-Ladestellen.

Gemischte Reaktionen


SPD-Fraktionsvize Sören Bartol hofft, dass Vorbehalte ausgeräumt werden können: "Bisher haben viele Autofahrer die Befürchtung, mit leerer Batterie liegen zu bleiben und kaufen daher kein Elektrofahrzeug", sagte Bartol. "Unser Ziel ist es, dass man von Flensburg bis München lückenlos laden kann." Die Grünen unterstützen die Kaufprämien, weil mehr Elektroautos gut für das Klima seien. Fraktionsvize Oliver Krischer bemängelt aber, dass alle Steuerzahler für den Bundesanteil von 600 Millionen Euro aufkommen müssen.

Umweltschützer dagegen kritisieren die milliardenschwere Förderung für die Autobranche. BUND-Chef Hubert Weiger meint: "Wenn die Autoindustrie ruft, rückt die Bundesregierung viele Millionen Euro zur Subventionierung von Fahrzeugen mit zum Teil fragwürdiger Umweltbilanz heraus." Das sei gerade vor dem Hintergrund des Abgasskandals inakzeptabel. (Seite 17)
Unser Ziel ist es, dass man von Flensburg bis München lückenlos laden kann.SPD-Fraktionsvize Sören Bartol über die Versorgung von E-Auto-Fahrern
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