Forderung nach einer Flugverbotszone über Syrien
Nein aus Moskau

Moskau. Russland hat Forderungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Flugverbotszone in Syrien eine Absage erteilt. Eine solche Entscheidung könne nicht ohne die Zustimmung Syriens und des UN-Sicherheitsrates getroffen werden, erklärte der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow am Mittwoch in Moskau. Merkel bekräftigte hingegen ihre Forderung. Die Kanzlerin unterstützt damit einen Vorschlag, den die Türkei schon seit längerer Zeit erhebt. Zehntausende Menschen sind vor der Gewalt in Nordsyrien an die türkische Grenze geflohen, die jedoch geschlossen ist.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wies darauf hin, dass die USA sich einer Flugverbotszone in Syrien verweigerten. "Aber schaut, dort fliegen russische Kampfflugzeuge herum und Tausende, Zehntausende Unschuldige und Opfer sterben dort", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge in Ankara. Vize-Ministerpräsident Yalcin Akdogan hatte zuvor einen rund zehn Kilometer breiten Hilfskorridor nördlich von Aleppo gefordert. Merkel kritisierte die anhaltenden Bombardements Russlands und des Regimes von Baschar al-Assad in der Region um Aleppo. Dies entspreche "vom Geist her" nicht der UN-Resolution zu Syrien und den Bestrebungen, die Gewalt einzudämmen. Angriffe auf mindestens fünf Krankenhäuser und zwei Schulen in Syrien hatten die Spannungen am Montag verschärft. Dabei kamen nach UN-Angaben fast 50 Menschen ums Leben.

Unterdessen erreichte ein Hilfskonvoi die vom Regime belagerte Stadt Muadamija. Die USA, Russland und die beteiligten Regionalmächte hatten sich Ende vergangener Woche in München auf die Hilfslieferungen geeinigt. Andere blockierte Gebiete warteten weiter auf Hilfstransporte. Die UN sehen trotz der anhaltenden Kämpfe Fortschritte bei der Versorgung der Bevölkerung.
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