Forscher entwickeln Modell für Familienarbeitszeit
Neue Arbeitsteilung

(dpa/epd) Wirtschaftsforscher haben ein neues Modell für die von der SPD angepeilte Familienarbeitszeit zur gleichmäßigen Aufteilung von Beruf und Familie zwischen Müttern und Vätern vorgeschlagen. Es sieht vor, dass beide Elternteile zwischen 28 und 32 Stunden pro Woche arbeiten und dafür Lohnersatzleistungen bekommen, wie die Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mitteilten. Das DIW hatte im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung die Wirkungen so eines Angebots berechnet.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) fordert seit längerem eine Familienarbeitszeit. Auch ein Leitantrag für den SPD-Parteitag im Dezember sieht so eine Reform vor. Schwesig strebt die Entlastung junger Eltern an, indem Väter und Mütter ein-bis dreijähriger Kinder eine Lohnersatzleistung erhalten sollen, wenn sie jeweils nur 32 Stunden in der Woche arbeiten. Die Union steht dem Vorschlag ihres Koalitionspartners SPD skeptisch gegenüber.

Heute arbeiten laut DIW in nur 10 000 Paar-Haushalten beide Elternteile 28 bis 32 Stunden. Die Förderung der Familienarbeitszeit könnte den Forschern zufolge als teilweiser Ausgleich des im Vergleich zur Vollzeit verminderten Lohns gestaltet sein. Unbürokratischer wäre aber ein Pauschalbetrag von etwa 250 Euro pro Elternteil und Monat, so das DIW. Die Experten gehen davon aus, dass sich durch so eine Reform die Zahl der Paar-Haushalte, bei denen beide um die 30 Stunden arbeiten, auf rund 30 000 verdreifachen würde.

Laut einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie des Statistischen Bundesamtes haben jeder dritte Vater und 19 Prozent der Mütter nach eigener Einschätzung zu wenig Zeit für ihre Kinder. (Kommentar)
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