Frank-Walter Steinmeier stellt sich als Bundespräsidentschaftskandidat vor
Der Mutmacher

Frank-Walter Steinmeier verkörpert die deutsche Polit-Elite. Im höchsten Amt des Staates will er vor allem eines sein: Einer von uns. Deutschland macht er eine schöne Liebeserklärung.

Berlin. Der 60-jährige Sozialdemokrat und Außenminister schlägt am Mittwoch bei seiner Vorstellung im Bundestag einen präsidialen, versöhnlichen, ermutigenden Ton an. Er schreibt seinem neuen Amt eine hohe Verantwortung zu, gerade jetzt in dieser "krisenbefangenen Welt". Als zentrale Ressource nennt er Vertrauen in demokratische Institutionen und ihre Repräsentanten. "Eine Ressource, die nie garantiert ist in der Demokratie", so Steinmeier.

Die Polit-Elite ist in Sorge, dass sie den Menschen, den Wählern nicht mehr nahe kommt. Wenn Populisten mit einfachen Sprüchen und falschen Fakten Erfolg haben, haben es Regierende mit Erklärungsversuchen schwer. So mahnt Steinmeier: "Ein Bundespräsident kann die Welt nicht einfacher machen, als sie ist. Ein Bundespräsident darf kein Vereinfacher sein." Steinmeier macht es sich selbst nie leicht. Auch in aussichtsloser Lage kämpft er um eine Lösung. Das hat er in den Krisen in der Ukraine, in Syrien, im Irak bewiesen. Und dass er den Menschen zuhört. Ein Mann habe ihn kürzlich gefragt, ob er Angst um die Zukunft Deutschlands haben müsse, berichtet er. Der Blick auf die Welt bereite Sorge, sagt Steinmeier. Aber der Blick auf Deutschland verbreite Zuversicht.

"Denn unser Land verkörpert vielleicht wie kein anderes Land der Welt die Erfahrung, dass aus Kriegen Frieden werden kann. Aus Teilung Versöhnung. Und dass nach der Raserei von Nationalismus und Ideologien so etwas einkehren kann wie politische Vernunft." Zuletzt sagt Steinmeier auch noch, was ein Bundespräsident vor allem anderen sein muss: "ein Mutmacher".
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