Frankfurter Rundschau
Pressestimmen

Die Zeitung schreibt zu Griechenland:

Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos sieht es so: Bringt ihr kein Geld zu uns, bringen wir Europas Flüchtlinge zu euch. Wartet's nur ab. Wer das als Fantasie eines Rechtspopulisten abtut, der hat nicht richtig zugehört. Denn auch der Vize-Innenminister von der linken Syriza sagte letzte Woche nichts anderes. Aber was ist das eigentlich? Erpressung? Ja sicher. Aber das ist nicht unüblich, wenn Staaten über Geld verhandeln, in ganz Europa. Doch das hier ist mehr. Es ist die Instrumentalisierung der Flüchtlingsnöte in Europa. Eine Rechnung mit Menschen. Deutlicher: Es ist ein angedrohter Menschenhandel. Und wer so handelt, mit dem möchte man eigentlich gar nicht handeln.

Münchner Merkur

Die Zeitung kommentiert zum selben Thema:

Ein Tourismusland, das noch alle Tassen im Schrank hat, sollte seine Freunde in Europa nicht damit erpressen, sie mit Flüchtlingen und IS-Terroristen zu überschwemmen. Dass sich die links-rechts-radikale Regierung in Athen zu immer irreren Drohungen hinreißen lässt, zeigt das ganze Ausmaß der Zerrüttung in der Eurozone - aber auch die Kaltblütigkeit, mit der die Regierung Tsipras den Geldgebern ihren Willen aufzwingen möchte. Die Eurogruppe muss Tsipras zur Vernunft bringen, indem sie ihm das Risiko eines Ausscheidens aus dem Euro klarmacht. Was Europa hingegen nicht braucht, sind Brüsseler Persilscheine für Athen.

Nordwest-Zeitung

Das Blatt aus Oldenburg meint zu den Gedankenspielen zum Thema Europa-Armee:

Wer hat eigentlich die Befehlsgewalt über eine solche Armee? Wer entscheidet über Krieg und Frieden? Die EU-Kommission? Das EU-Parlament? Beide Institutionen haben - gelinde gesagt - demokratische Defizite. Und was ist mit den britischen und französischen Atomwaffen? Soll die EU eine Atommacht werden? Oder rüsten wir diese Waffen ab? Dabei dürfte doch aber völlig klar sein, dass weder Paris noch London von ihnen lassen werden. Für den Traum von der Einheitsarmee ist es also zu früh. Noch haben die nationalen Armeen nicht ausgedient.
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