Frankreich: Muslime besuchen katholische Messen
Mitgefühl gezeigt

Paris/Rom. Nach dem islamistischen Mord an einem Priester in Frankreich haben Muslime aus Solidarität katholische Sonntagsmessen besucht. Erzbischof Dominique Lebrun sagte zu den Gästen in der Kathedrale von Rouen: "Sie beweisen, dass Sie die Tod und Gewalt im Namen Gottes ablehnen." Der muslimische Verband CFCM hatte aufgerufen, als Ausdruck des Mitgefühls in Kirchen zu gehen. In Saint-Étienne-du-Rouvray hatten zwei Islamisten am Dienstag Geiseln genommen und den Priester Jacques Hamel ermordet. Die Polizei erschoss die Angreifer. Auch in Italien besuchten am Sonntag Muslime katholische Messen, um an die Opfer zu erinnern. Der Islamisten-Angriff auf die Kirche heizt die Debatte über den Umgang mit Terrorverdächtigen in Frankreich an. Kritiker rügen ein Versagen der Justiz, die einen der Täter vor wenigen Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen hatte. Die konservative Opposition forderte eine Internierung aller Terrorverdächtigen in einer Art "französischem Guantanamo". "Das Einsperren von Personen allein aufgrund eines Verdachts ist moralisch und juristisch inakzeptabel", sagt hingegen Premier Manuel Valls. In Belgien ist nach Erkenntnissen von Terrorfahndern ein neuer islamistischer Anschlag vorbereitet worden. Die Justiz erließ am Samstag nach mehreren Razzien Haftbefehl gegen einen Festgenommenen. Diesem wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem die Vorbereitung eines Tötungsdelikts vor.

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