Französische Konservative wählen ihren Kandidaten
Fillon soll’s richten

Paris. Die französischen Konservativen schicken Ex-Premierminister François Fillon ins Rennen für einen Machtwechsel im Élyséepalast. Der 62-Jährige setzte sich bei der Stichwahl um die Präsidentschaftskandidatur des bürgerlichen Lagers am Sonntag klar gegen seinen Konkurrenten Alain Juppé (71) durch. Dieser räumte seine Niederlage ein und sicherte Fillon seine Unterstützung für den bevorstehenden Wahlkampf zu.

Nach Auszählung von vier Fünfteln der Wahllokale lag Fillon mit mehr als 67 Prozent der Stimmen klar vorn. An der Stichwahl nahmen nach Angaben der Organisatoren mehr Menschen teil als an der ersten Runde. Damals hatten knapp 4,3 Millionen Anhänger der bürgerlichen Rechten ihre Stimmen abgegeben.

Die Vorwahl des bürgerlichen Lagers galt als wichtige Weichenstellung für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr: Umfragen lassen derzeit ein Duell zwischen dem konservativen Bewerber und der Rechtspopulistin Marine Le Pen erwarten. Der politisch angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande hat noch nicht erklärt, ob er wieder antritt.

Fillon gilt als Wirtschaftsliberaler und will dem Land einen Sparkurs verordnen. Er will eine halbe Million Jobs im öffentlichen Dienst streichen und seine Landsleute länger arbeiten lassen. Frankreich sei im Zustand einer Fast-Pleite, warnte er im Vorwahlkampf. Er gilt als russlandfreundlich und tritt dafür ein, die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Moskau zu beenden.
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