Frauke Petry in Bedrängnis
Machtkampf bei den rechten Rabauken

Frauke Petry ist längst nicht mehr unumstritten. Bild: dpa

Berlin. "Frohe Weihnachten" wünscht der Bundesvorstand der AfD. Doch bei den Rechten herrscht kein Festtagsfrieden. Fünf Monate nachdem sie Parteigründer Bernd Lucke erfolgreich aus dem Weg geräumt hat, muss Parteichefin Frauke Petry selbst um die Macht kämpfen. Ihr stärkster Widersacher ist Björn Höcke, Rechtsaußen aus Thüringen.

Zwar denkt im AfD-Vorstand angesichts guter Umfragewerte niemand laut darüber nach, die Vorsitzende abzusägen. Ihr mächtiger Stellvertreter, Alexander Gauland aus Brandenburg, sagt: "Ich stehe völlig loyal zu Frauke Petry." Und auch die Höcke-Anhänger betonen: "Wir wollen ihr doch gar nichts Böses." Doch das liegt weniger daran, dass Petry den Laden im Griff hat, sondern ist eher der Tatsache geschuldet, dass man den Wählern so kurz nach dem Abgang von Lucke keine neuen Personalquerelen zumuten will.

Die Meinungsführerschaft in der Partei kann Petry momentan nicht für sich beanspruchen. Das Image der AfD wird immer stärker von Höcke geprägt, der in der Asyldebatte auch vor Stammtischparolen nicht zurückschreckt. Das nervt nicht nur Petry. Anfang Dezember kritisieren einige AfD-Funktionäre Höcke, weil er der rechtsextremen Partei Front National nach einem Wahlerfolg gratuliert hat - schon wieder ein Alleingang ohne Absprache mit dem Bundesvorstand. Als Höcke die AfD mit biologischen Theorien über die "Reproduktionsstrategie" afrikanischer Migranten dem Vorwurf des "Rassismus" aussetzt, wittert Petry die Gelegenheit, den Rivalen loszuwerden. Sie schlägt dem Vorstand Maßnahmen gegen Höcke vor und scheitert.

Petrys Argument, Höcke sei nur Landesvorsitzender, lässt Gauland nicht gelten: "Auch Marcus Pretzell äußert sich nicht nur über Landespolitik." Seitdem Petry ihre Liebesbeziehung zu dem nordrhein-westfälischen AfD-Landesvorsitzenden Pretzell öffentlich gemacht hat, fragen sich einige Parteifreunde, ob der umstrittene NRW-Chef Petrys politische Entscheidungen beeinflusst.
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