Freihandelsabkommen Ceta
EU und Kanada unterschreiben Vertrag

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der kanadische Premierminister Justin Trudeau und EU-Ratspräsident Donald Tusk (vorn, von links) bei der Unterzeichnung des Ceta-Abkommens. Bild: dpa

Brüssel. Das bis zuletzt umstrittene Freihandelsabkommen Ceta ist unterzeichnet. Spitzenvertreter der EU und Kanadas besiegelten am Sonntag in Brüssel mit ihren Unterschriften den Abschluss von rund siebenjährigen Verhandlungen. Ceta soll nun so schnell wie möglich in Kraft treten. Lediglich einige Teile, bei denen nationale Parlamente wie der Bundestag ein Mitspracherecht haben, können erst nach deren Zustimmung angewendet werden.

Nach dem tagelangen Drama um das Ceta-Veto aus der belgischen Wallonie zeigten sich alle Beteiligten erleichtert, dass das Abkommen mit dreitägiger Verzögerung doch noch unterzeichnet werden konnte. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies darauf hin, dass europäische Exporteure von Industrie- und Agrarprodukten durch den Wegfall fast aller Einfuhrzölle jedes Jahr bis zu 500 Millionen Euro sparen würden. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte: "Kleine Unternehmen und Verbraucher werden die Vorteile sofort zu spüren bekommen", sagte er.

Den Bedenken der Ceta-Gegner soll nun mit Zusatzerklärungen und Garantien Rechnung getragen werden. Freuen dürfte Kritiker zudem, dass die EU keine Hoffnungen mehr hat, das mit den USA geplante Freihandelsabkommen TTIP schnell abschließen zu können. "Wir brauchen mehr Zeit", räumte Handelskommissarin Cecilia Malmström ein.
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