Fünf Festnahmen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
Schlag gegen die Islamisten-Szene

In Hildesheim durchsuchte die Polizei unter anderem dieses Wohnhaus direkt gegenüber der Moschee "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim e.V." Bild: dpa

Sie sollen Freiwillige für die Terrormiliz IS rekrutiert haben. Lange hat der Verfassungsschutz das Treiben der Islamisten in NRW und Niedersachsen beobachtet, nun hat die Polizei zugeschlagen. Auch die angebliche Nummer Eins des IS in Deutschland ist gefasst.

Berlin. Die Sicherheitsbehörden haben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen fünf mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz IS in Deutschland festgenommen. Unter ihnen ist auch der 32 Jahre alte Iraker Abu Walaa, der als prägende Figur der bundesweit einflussreichen Islamisten-Szene in Hildesheim gilt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wertete die Verhaftungen als "wichtigen Erfolg". NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sprach von einem wichtigen "Schlag gegen die Chefideologen der salafistischen Szene in Deutschland".

Die fünf Männer wurden nach monatelangen Ermittlungen am Dienstagmorgen in Dortmund, Duisburg und an nicht genannten Orten in Niedersachsen verhaftet. Sie sollen nach Angaben der Bundesanwaltschaft Freiwillige für den Islamischen Staat (IS) rekrutiert haben. Hinweise auf Anschlagspläne in Deutschland gibt es demnach nicht.

Zwei der fünf Männer wurden noch am Dienstag in Untersuchungshaft genommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die drei anderen IS-Verdächtigen, darunter Abu Walaa, sollten am Mittwoch dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Die Haftbefehle waren bereits am 26. Oktober ausgestellt worden.

Abu Walaa war demnach die zentrale Figur des Netzwerks. Er bekenne sich offen zum IS und sei bei zahlreichen salafistischen Veranstaltungen als Redner aufgetreten. Er predigte auch in der Moschee des "Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim" (DIK).
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