G20-Gipfel in Australien im Zeichen der Ukraine-Krise - Treffen mit Putin geplant
Merkel wieder in Vermittler-Rolle

Der eskalierende Ukraine-Konflikt beschäftigt auch den G20-Gipfel. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich am Rande des Treffens in Australien erneut mit Russlands Präsident Wladimir Putin treffen. Das kündigte der Kremlchef in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Tass an. Die Staats- und Regierungschefs der weltweit führenden Volkswirtschaften kommen an diesem Samstag und Sonntag in Brisbane zusammen. Im Mittelpunkt stehen Wirtschaftsfragen: Wachstum und Beschäftigung, Bankenkontrolle und unfairer Steuerwettbewerb. Die Gruppe der 20 (G20) repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und drei Viertel des Handelsvolumens.

Vor dem Gipfel besuchte Merkel Neuseeland - auch da kam der Ukraine-Konflikt zur Sprache. "Es gibt durchaus die Chance, dass es zu einem Treffen (mit Putin) kommt", sagte Merkel am Freitag in Auckland.

Alarmierend sind Erkenntnisse von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der den russischen Präsidenten in scharfer Form anging. In der "Bild"-Zeitung warf er Putin vor, für das Aufflammen der Gewalt verantwortlich zu sein: "Wir haben in den letzten Tagen beobachtet, dass Russland erneut Waffen, Ausrüstung, Artillerie, Panzer und Raketen über die Grenze in die Ukraine gebracht hat."

Auf dem Gipfel stehen weitere Kontroversen an. So hatte US-Finanzminister Jack Lew die Europäische Union und vor allem Deutschland aufgefordert, sich gegen einen möglichen Abschwung zu stemmen. Die Bundesregierung müsse die Staatsausgaben erhöhen. Damit dürfte Lew, der US-Präsident Barack Obama in Brisbane begleitet, auf Granit beißen. Für den G20-Gipfel hat Merkel dennoch ein Programm im Gepäck, das von 2016 an zusätzlich zehn Milliarden Euro für Investitionen in die Infrastruktur vorsieht.
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