G7-Gipfel- Alte Geräte bleiben noch in Betrieb
Digitalfunk bei den Feuerwehren

Roland Höcht programmiert die neuen Digitalfunkapparate. Der ILS-Raum in Weiden ist für die neuen Geräte zuständig. Bilder: Hartl

Weiden/Neustadt. (esc) Der G-7-Gipfel kommt den Mitarbeitern der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz gerade recht: Weil sich derzeit alles um die Sicherheit der Staatschefs in Oberbayern dreht, können sich die Oberpfälzer intensiver mit einem neuen Projekt auseinandersetzen.

Die Feuerwehren in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt werden mit Digitalfunkgeräten ausgestattet. Weniger Nebengeräusche, einfache Handhabung und mehr Sicherheit hat das neue System zu bieten. Im Landkreis Neustadt war es die Feuerwehr Flossenbürg, deren Einsatzfahrzeug mit dem ersten Digitalfunkgerät ausgestattet wurde. Die ersten Handsprechgeräte bekamen die Führungskräfte des ILS-Raums in Weiden.

Förderung vom Staat

Die autorisierten Stellen der Bundesländer und die Taktisch-Technischen Betriebsstellen (TTB) als künftige ILS in Bayern und der zehn Polizeieinsatzzentralen sind neben der eigentlichen Netztechnik wesentliche Bestandteile des Digitalfunk-Betriebskonzeptes. Bisher hat die ILS Weiden etwa 750 Geräte programmiert. Die Gemeinde bestellt einen solchen Apparat und bekommt dabei eine Förderung des Freistaats von 80 Prozent. "Das bezieht sich aber nur auf das Gerät", sagt Alfred Rast, Geschäftsleiter des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz. Heißt: Den Einbau durch die Fachkräfte der ILS müssen die Kommunen selber zahlen. Bis alle Feuerwehren und Hilfseinrichtungen mit neuen Digitalfunkgeräten ausgestattet sind, bleiben die alten noch in Betrieb. Jeder der neuen Apparate braucht eine SIM-Karte - "genau wie beim Handy", erklärt Jürgen Meyer, stellvertretender Leiter der ILS Nordoberpfalz. Die Karte kommt von der Bundesnetzagentur. Sollten die Digitalfunkgeräte einmal abhanden kommen, sind diese jederzeit durch GPS zu orten und sperrbar.

Vorteile der neuen Digitalfunkgeräte: "Fremd- und Störgeräusche werden gefiltert - außer Schüsse", sagt Meyer. Denn die seien schließlich wichtig, wenn die Polizei zu einem Einsatz gerufen wird. Aber nicht nur die bessere Akustik begeistert: Auch die Kommunikation verläuft besser und einfacher. "Rein theoretisch könnte man sich von Berchtesgaden bis nach Berlin verständigen", sagt Stephan Schieder vom TTB. Allerdings nur, wenn die Teilnehmer in der gleichen Funk-Gruppe sind. Schieder und sein Kollege Roland Höcht sind für die Programmierung der neuen Digitalgeräte verantwortlich. "Je nachdem, was alles drauf muss, dauert es so acht bis zehn Minuten", erklärt Höcht. Dann muss das Gerät nur noch in das Fahrzeug installiert beziehungsweise die Nutzer in die Handhabung eingeführt werden. In Regensburg und in Hof hat er Lehrgänge besucht, um die Apparate einzuspielen.

"Der erweiterte Probelauf geht noch bis ins vierte Quartal", sagt Meyer. Ein Massentest soll dann zeigen, ob das Netz die Belastungen aushält, wenn mehrere Hundert Geräte auf einmal funken. Dann kann gegebenenfalls noch nachsortiert werden. 2016 sollen dann alle Rettungsdienste umsteigen. "Der G-7-Gipfel bremst uns aus", sagt Meyer weiter. "Aber das ist positiv für uns." Schon beim Nofi-Lauf Mitte Mai waren etwa 100 Geräte im Einsatz - da hat alles wunderbar geklappt. Beste Voraussetzungen also.

Alte und neue Technik

Um auf Nummer sicher zu gehen, bleiben die alten Geräte noch in Betrieb. "Als Rückversicherung", falls mit den neuen nicht gleich alles glatt läuft, wie Jürgen Meyer erklärt. Schließlich müsse erst alles geprüft werden: Wenn das digitale Netz zusammenbricht, kann der Analogfunk einspringen. In Bayern gibt es Geräte von zwei Herstellern. Die ILS Nordoberpfalz hat sich für das Modell "Sepura" entschieden. Es gibt drei verschiedene Gerätetypen: das Handfunkgerät (HRT: Handheld Radio Terminal), den Fahrzeugfunk (MRT: Mobile Radio Terminal), und ein stationäres (FRT: Fixed Radio Terminal). Insgesamt wird das Netz in der Nordoberpfalz von 23 Basisstationen gedeckt.
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