Gasboykott als EU-Planspiel - Europa und Asien suchen Gesprächsfaden zu Putin
Niemand müsste frieren

Ein Gas-Lieferstopp aus Russland würde vor allem Osteuropa treffen. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kommission in einer Analyse, die Energiekommissar Günther Oettinger am Donnerstag in Brüssel vorgestellt hat. Vor dem Hintergrund der kriselnden Beziehungen zu Europas wichtigstem Gaslieferanten haben die Autoren untersucht, was ein sechsmonatiger Lieferstopp über den Winter in Europa auslösen würde. Das Ergebnis: Die Bürger müssen nicht frieren - wenn die Staaten zusammenhalten. Mit dem Papier soll sich auch der EU-Gipfel kommende Woche beschäftigen. Falls es eng wird, sollte der Studie zufolge zuerst die Industrie ihren Gasverbrauch drosseln. Erst an letzter Stelle wären besonders verletzliche Verbraucher betroffen, die aber jeder EU-Staat anders definiert. Laut EU-Kommission gehören in jedem Land Endverbraucher dazu, in einigen auch Krankenhäuser oder ähnliche Einrichtungen. Am Rande des europäisch-asiatischen Gipfels kam Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend zu einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zusammen. Die Beratungen dienten der Vorbereitung einer für heute geplanten Spitzenrunde westlicher Politiker um Merkel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Poroschenko. Merkel sagte in einer Regierungserklärung: "Den entscheidenden Beitrag zur Deeskalation muss Russland leisten." Die Nato sieht unterdessen noch keine Anzeichen für den angekündigten Abzug russischer Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine.
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