Geberländer verzichten auf Rückzahlung von Krediten
Nachlass für Kiew

Mit einem Schuldenschnitt von mehr als drei Milliarden Euro helfen westliche Gläubiger der vom Krieg im Osten ausgezehrten und von der Pleite bedrohten Ukraine. "Der von unseren Gegnern erwartete Staatsbankrott wird nicht stattfinden", versicherte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk triumphierend am Donnerstag in Kiew. Trotz intensiver Friedensgespräche zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten, wurden im Kriegsgebiet Donbass mindestens sieben Soldaten und ein Zivilist getötet. Beide Seiten kündigten für Dienstag eine Waffenruhe an.

Nach fünfmonatigem zähem Ringen unterzeichnete die Regierung in Kiew ein Abkommen mit den US-Fonds Franklin Templeton, PIMCO, Blackrock, Fidelity und Stone Harbor. Der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik würden damit 20 Prozent ihrer Verbindlichkeiten erlassen, teilte Finanzministerin Natalia Jaresko mit. Die Restschuld von etwa 15 Milliarden Dollar solle in einem Zeitraum von 2019 bis 2027 zurückgezahlt werden, hieß es. Kiew hatte einen Schuldenschnitt von 40 Prozent angestrebt. Eine Restrukturierung der Staatsschuld ist eine Voraussetzung für dringend benötigte Finanzhilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF). Durch die Einigung mit den Gläubigern und weitere Reformen werde die Ukraine die Bedingungen des IWF erfüllen, teilte Fonds-Chefin Christine Lagarde mit.

Die Ukraine strebt ähnliche Konditionen für einen russischen Kredit über drei Milliarden Dollar an, der am 20. Dezember fällig wird. Russlands Finanzminister Anton Siluanow erteilte der Ukraine eine Absage.
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