Gegen Terror und Vertreibung

Kleiner Plausch beim Fototermin auf dem G20-Gipfel: US-Präsident Barack Obama (rechts) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Bild: dpa

Die G20-Staaten wollen dem Terrorismus die Stirn bieten. Auch die Syrien-Kontaktgruppe aus 17 Staaten dringt machtvoller denn je auf ein Ende der Gewalt im Bürgerkriegsland. Der IS-Terror eint.

Mit einer Kampfansage gegen den Terrorismus haben die mächtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) auf die blutigen Anschläge von Paris reagiert. Auf ihrem Gipfel im türkischen Küstenort Belek bei Antalya waren sich die Staats- und Regierungschefs am Sonntag einig, den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Hilfe für die Flüchtlinge aus Syrien deutlich auszuweiten. "Wir setzen hier bei dem G20-Gipfel ein entschlossenes Signal, dass wir stärker sind als jede Form von Terrorismus", sagte Kanzlerin Angela Merkel vor Journalisten.

Trotz der Differenzen über das Vorgehen in Syrien und die unterschiedliche Einstufung von Terroristen und Widerstandskämpfern kamen sich US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Wladimir Putin näher. Beide sprachen sich für Verhandlungen über eine Lösung des Syrien-Konflikts unter Vermittlung der Vereinten Nationen aus. Obama und Putin seien sich einig gewesen, dass die Syrer selbst über einen politischen Übergang entscheiden sollen, verlautete von Seiten des Weißen Hauses, das das Gespräch "konstruktiv" nannte.

Die internationale Gemeinschaft hat sich unterdessen auf einen Zeitplan für eine Friedenslösung in Syrien geeinigt. Noch in diesem Jahr sollen sich Vertreter der Opposition und der syrischen Regierung treffen. Eine Übergangsregierung soll in sechs Monaten stehen, Wahlen unter UN-Aufsicht sollen in 18 Monaten stattfinden. Das beschloss die von 17 Staaten gebildete Syrien-Kontaktgruppe am Samstag in Wien. Ein politischer Neuanfang in Damaskus gilt als wichtiger Baustein für einen wirkungsvollen Kampf gegen den IS.

"Ich kann sagen, dass die furchtbaren Anschläge von Paris unsere gemeinsame Entschlossenheit im Kampf gegen Isis nur noch größer und stärker gemacht hat", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Isis ist ein früherer Name des IS. Der syrische Präsident Baschar al-Assad machte unterdessen den Westen für die Ausbreitung des Terrors mitverantwortlich. Die Pariser Anschläge vom Freitag seien untrennbar damit verbunden, was seit fünf Jahren in Syrien passiere.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.