Gegenbewegung macht in vielen Städten mobil
Pegida erhält weiter Zulauf

Die Anti-Islam-Bewegung Pegida in Deutschland wird inzwischen weltweit beachtet, auch Altkanzler und Bundesminister warnen vor Fremdenfeindlichkeit. Trotz des Zulaufs für Pegida in Sachsen sieht Innenminister Thomas de Maizière die Demonstrationen jedoch als regionales Phänomen, das nicht überschätzt werden sollte. Es gebe in Deutschland kritische Fragen zur Asylpolitik und zu Gefahren des Islams, sagte der CDU-Politiker dem US-Sender CNN am Montagabend kurz vor der Dresdner Pegida-Kundgebung mit rund 18 000 Teilnehmern.

Die elfte Kundgebung in Dresden war die bislang größte. Zeitgleich demonstrierten in der sächsischen Landeshauptstadt rund 4000 Menschen, bundesweit sogar mehrere zehntausend gegen Islam- und Ausländerfeindlichkeit. Internationale Nachrichtensender wie CNN, BBC und Al-Dschasira machten am Dienstag die Pegida-Demonstration zum Thema.

"Licht aus" am Kölner Dom

In Köln und Münster gingen gegen Pegida insgesamt fast 20 000 Bürger auf die Straße. Als Zeichen gegen Islam- und Ausländerfeindlichkeit war an vielen großen Kölner Gebäuden die Beleuchtung abgeschaltet, darunter auch am Dom. Rund 3000 Menschen gingen in München und Würzburg aus Protest gegen Pegida auf die Straße. Zeitgleich demonstrierten in beiden Städten rund 350 Bürger gegen eine "Islamisierung des Abendlandes". In Neumarkt waren laut einem Bericht des "Bayerischen Rundfunks" mehr als 700 Pegida-Gegner unterwegs.

Altkanzler gegen Pegida

Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) kritisierte in der "Bild"-Zeitung: "Die Pegida-Proteste appellieren an dumpfe Vorurteile, an Fremdenhass und Intoleranz." Auch Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) reihte sich in eine Prominenten-Aktion des Blattes ein: "Vor 14 Jahren gab es gegen Fremdenfeindlichkeit den "Aufstand der Anständigen". Den brauchen wir auch heute." FDP-Chef Christian Lindner forderte auf dem Dreikönigstreffen seiner Partei in Stuttgart einen differenzierten Umgang mit Pegida-Demonstranten. "Wer sie pauschal als Mischpoke oder Nazis in Nadelstreifen beschimpft, der treibt sie gerade erst in die Arme von Pegida." (Seite 8)
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