Geiselnahme in ägyptischem Jet endet auf Zypern
Flugzeug-Entführer gibt auf

Ein mutmaßliches Crew-Mitglied klettert aus einem Cockpit-Fenster. Der Airbus der Egyptair war auf einem abgesperrten Flughafenbereich abgestellt. Bild: dpa

Nikosia/Kairo. Nach einem stundenlangen Nervenkrieg ist die Entführung eines ägyptischen Passagierflugzeuges in Zypern unblutig zu Ende gegangen. Der aus Ägypten stammende Täter ergab sich am frühen Dienstagnachmittag auf dem Flughafen der zyprischen Hafenstadt Larnaka widerstandslos. Alle Geiseln kamen frei und waren wohlauf. Der zyprischen Regierung zufolge waren 72 Menschen an Bord des Flugzeuges der Gesellschaft Egyptair. Das Flugzeug war am Dienstagmorgen in Ägypten auf dem Weg von Alexandria nach Kairo, als der Mann es in seine Gewalt brachte. Er zwang die Piloten zur Landung in Larnaka. Nach Angaben des zyprischen Außenministers Ioannis Kassoulides trug der Entführer eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels. Unklarheit herrschte bis zuletzt über das Tatmotiv. Zyprische Regierungsvertreter schlossen einen Terrorhintergrund aus.

"In den ersten drei Stunden der Verhandlungen erklärte der Entführer, er wolle einen Umschlag mit einem Brief an seine Ex-Frau übergeben", sagte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides. Dann habe er weitere Forderungen gestellt. Diese habe er ebenfalls in seinem Brief niedergeschrieben. "Wir warten jetzt auf die offizielle Übersetzung", sagte Christodoulides. Zyprischen Medien zufolge verlangte der Entführer außer einem Gespräch mit seiner Ex-Frau - einer Zyprerin - auch die Freilassung oppositioneller Frauen aus ägyptischen Gefängnissen. Die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen war vergangenes Jahr in die Kritik geraten. Ende Oktober detonierte in einem von Scharm el Scheich gestarteten russischen Urlaubsflieger eine Bombe.
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