Gemeinderat stimmt Paintball-Anlage in Trisching zu
Grünes Licht für gelbe Kugeln

Im Landkreis Schwandorf könnte nächstes Jahr die erste Paintball-Anlage stehen. Sie würde in etwa so aussehen wie diejenige auf dem Bild, das eine andere von Marco Böhmer in Deutschland betriebene Anlage zeigt. Der Schmidgadener Gemeinderat hatte gegen die geplante Ansiedlung in Trisching mehrheitlich keine Einwände. Bild: hfz

Schmidgaden.(tib) In Pfreimd gab es erst Zustimmung, dann kam die Kehrtwende. Jetzt hat Marco Böhmer einen neuen Standort gefunden: Er will seine Paintball-Anlage in Trisching betreiben. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben zu.

Im Landkreis Schwandorf könnte im nächsten Sommer die erste Paintball-Anlage stehen. Ins Auge gefasst hat Marco Böhmer, der in Deutschland bereits mehrere Felder und Läden für den Paintball-Bedarf betreibt, ein Areal hinter dem Sportplatz des SV Trisching-Rottendorf. Hier sollen die Paintballer auf zwei Spielfeldern ihrem Sport nachgehen können. Bei der Gemeinderatssitzung stellte der 33 Jahre alte Investor das geplante Projekt noch einmal detailliert vor. Ein Feld wäre demzufolge inklusive kleiner Auslaufzonen 40 Meter breit und 50 Meter lang. Auf dem Kunstrasen-Boden werden aufblasbare Deckungen aufgestellt und das gesamte Feld umzäunt. "Damit ist gewährleistet, dass eine Kugel unter gar keinen Umständen das Gelände verlassen kann", legte Böhmer dar. Im Turnierbereich ist ausschließlich die Farbe gelb für die Kugeln erlaubt. Ansonsten wird Paintball auch mit anderen Farben gespielt - außer rot, der Farbe des Blutes. Wer mit solchen Kugeln in seinem Markierer komme, könne das Gelände gleich wieder verlassen, unterstrich Böhmer.

Investor hinterlegt Bürgschaft

Mit der Gemeinde sei unter anderem vereinbart, dass der Investor eine Bürgschaft über rund 30 000 Euro für einen eventuellen Rückbau der Anlage durch die Hausbank hinterlegt. Außerdem wäre der Vertrag zunächst auf fünf Jahre zur Probe befristet. Wenn dann kein Interesse an der Paintball-Anlage mehr bestehe, könne sie binnen kürzester Zeit ohne Spuren zu hinterlassen wieder abgebaut werden, versicherte Böhmer. Auf der Sportanlage, die sich über 1000 Meter von der nächsten Wohnbebauung befindet, sollen vier Vollzeitstellen geschaffen werden und zehn 400-Euro-Kräfte arbeiten. Neben den Spielfeldern sind unter anderem ein großer Parkplatz, Toiletten-Anlagen, Umkleidekabinen mit Duschmöglichkeiten sowie ein kleiner Aufenthaltsbereich vorgesehen.

Zwei Gegenstimmen

Der Gemeinderat hatte das Thema bereits ausgiebig diskutiert und auch eine Paintball-Anlage in Gera besucht - dementsprechend kurz waren die Wortmeldungen vor der Grundsatzentscheidung. Während zweiter Bürgermeister Andreas Altmann von einem "neuen Impuls für die Gemeinde sprach", lehnte Lydia Magdalena Schimmer das Vorhaben weiterhin ab. Aus Gesprächen mit jungen Leuten habe sie auch erfahren, dass das Interesse an einer Paintball-Anlage nicht sonderlich groß sei. Dritter Bürgermeister Eduard Delling räumte zwar ein, mit dem Sport persönlich nicht viel anfangen zu können, signalisierte aber dennoch seine Zustimmung: "Ich komme mir vor wie ein Vegetarier, der darüber entscheiden soll, ob er einen Metzger braucht".

Am Ende stimmte der Gemeinderat mit 13:2 Stimmen der Ansiedlung in Trisching zu. Gegen das Vorhaben von Marco Böhmer votierten Lydia Magdalena Schimmer und Theresia Dobler.
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