General-Anzeiger
Pressestimmen

Zum Tod von Richard von Weizsäcker schreibt die in Bonn erscheinende Zeitung:

Der politischste Bundespräsident, den die Bundesrepublik je hatte, war nie nur der Moralist, als den ihn seine Gegner gern verspotteten. Er sah die deutsche Interessenlage, er suchte sie mit moralischen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Und er war - das alles zusammengenommen - so authentisch, dass die Bürger ihn schätzten wie keinen Präsidenten zuvor und danach. Das will etwas heißen in dieser saturierten Republik.

Gazeta Wyborza

Auch die polnische Zeitung würdigt Richard von Weizsäcker:

Er baute Brücken als Vertreter der protestantischen Kirchen, als christdemokratischer Abgeordneter, als Präsident. Er war der Meister des ökumenischen Geistes in der Politik. Er verstand die besondere Rolle Deutschlands in Europa und die Besonderheit der deutschen Geschichte. Am Jahrestag des Kriegsendes sprach er 1985 Worte, die das deutsche und europäische Bewusstsein markierten ... Heute neigen die polnischen Demokraten den Kopf vor dem Sarg eines großen Deutschen.

Münchner Merkur

Die Zeitung merkt zum selben Thema an:

Deutschland trauert um einen Großen dieser Republik. Richard von Weizsäcker war einer, wenn nicht der bedeutendste Bundespräsident ... Ihm ist es vier Jahre vor dem eigentlichen Mauerfall gelungen, eine ganz andere Mauer einzureißen: Die Mauer der Ablehnung Deutschlands. Seine historische Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes 1985 war eine Zäsur. Mit ihr traf Richard von Weizsäcker die Stimmung, ja die Seele der Republik.

Heilbronner Stimme

Zu Weizsäckers Ansehen bei den Bürgern schreibt die Zeitung:

Volksnah war er nie, aber glaubwürdig und geradlinig wie kaum ein anderer. Den Parteistrategen schrieb er ... ins Stammbuch, dass sie einen Zustand der Machtversessenheit und Machtvergessenheit zugleich erreicht hätten. Für seine Nachfolger im Amt setzte er hohe Maßstäbe. Erreicht hat ihn bis heute keiner.
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