Gericht verbietet Zitate in Schwans Bestseller - Streit nicht beendet
Kohl-Buch gestoppt

Der Autor Heribert Schwan darf in seinem Bestseller über Helmut Kohl die meisten der 115 umstrittenen Zitate des Altkanzlers nicht mehr verwenden. Das Landgericht Köln entschied am Donnerstag, dass der Heyne-Verlag das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" ab sofort nicht mehr ausliefern darf. Exemplare, die schon in den Regalen der Buchhändler liegen, sind von dem Urteil aber nicht betroffen. Schwan, früherer Ghostwriter von Kohl, hatte die Zitate, in denen sich dieser teils drastisch über andere Politiker äußerte, ohne Zustimmung des früheren Kanzlers veröffentlicht.

200 000 Exemplare wurden in den fünf Wochen seit dem Erscheinen des Buches ausgeliefert. Das strittige Werk beruht zum großen Teil auf Tonbändern, die der Altkanzler 2001 und 2002 mehr als 600 Stunden lang für seine Memoiren besprochen hatte. Aufgenommen hat die Gespräche sein damaliger Ghostwriter Schwan. Aber Kohl hatte in der Zusammenarbeit das letzte Entscheidungsrecht über das, was veröffentlicht werden sollte. "Schwan hatte eine dienende Aufgabe", fasste der Vorsitzende Richter zusammen. Aus den Verträgen mit dem Verlag sei eine Geheimhaltungsabrede zwischen Kohl und Schwan herauszulesen. Kohls Anwalt Thomas Hermes stellte auch Schadenersatzforderungen nach den Gerichtsverfahren in Aussicht. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Verlag hat Berufung beim Oberlandesgericht Köln eingelegt.
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