Gericht verurteilt "Waldläufer" für rund 90 Einbrüche [Aktualisierung]
Drei Jahre und drei Monate Haft

"Waldläufer" mit seinem Anwalt Walter Bagnoli (Mitte) vor dem Prozessbeginn am Mittwoch im Schwurgerichtssaal im Amtsgericht Hof. (Bild: dpa)
Hof. (dpa) Mit seiner Beute sicherte er sich sein Überleben im Wald:
Nach einer Serie von Hütten-Einbrüchen im Fichtelgebirge ist ein als
«Waldläufer» bekanntgewordener Mann zu drei Jahren und drei Monaten
Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht im fränkischen Hof sprach den 62-Jährigen am Mittwoch nach der zehnmonatigen Einbruchserie schuldig. Er hatte zuvor die Vorwürfe eingeräumt: Rund 90 Mal drang er von April 2014 bis Januar 2015 im Landkreis Wunsiedel in Wochenendhäuser sowie Fischer- und Jagdhütten ein.

Dabei stahl er Dinge, die er für sein Überleben in den Wäldern brauchte, oder aß die Vorräte in den Hütten gleich auf. Laut Staatsanwaltschaft erbeutete der «Waldläufer» bei seinen Einbrüchen Gegenstände und Lebensmittel im Wert von etwa 1200 Euro. Der Schaden an den Hütten lag bei 6400 Euro.

Schon zuvor wegen Einbrüchen im Gefängnis

Der 62-Jährige ist nach eigenen Angaben völlig mittellos, wegen Einbrüchen saß er bereits in seiner Heimat Tschechien und auch in Österreich in den vergangenen Jahren im Gefängnis. Auch hier hatte er sich zuvor jeweils im Wald versteckt.

Die Polizei in Oberfranken kam dem Mann lange nicht auf die Schliche. Nach einem Einbruch im Januar konnte sie dann aber seine Fußspuren zurückverfolgen - sie fanden ihn in seinem selbst gebauten Unterschlupf.



Der «Waldläufer» hat in der Bevölkerung auch Sympathien: Sein Anwalt berichtete, es würden in seiner Kanzlei Hilfsgüter für den Mann abgegeben.
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