Gerüchte und Andeutungen zu Behördenverlagerungen
Mehrere Standorte im Rennen

Heimatminister Markus Söder (rechts) am Montag in Amberg im Gespräch mit Landrat Richard Reisinger (links) und Bürgermeister Martin Preuß. Bild: Huber
München/Amberg. (räd/jum) Wo immer sich ein Repräsentant des Heimatministeriums in Ostbayern sehen lässt, erwarten ihn fragende Blicke. Wohin siedelt der Freistaat Behörden um? Inzwischen kursieren einige Namen von Favoriten.

Bei der von Heimatminister Markus Söder (CSU) angekündigten Welle von Behördenverlagerungen wird der oberfränkisch-oberpfälzische Grenzraum wohl mit mehreren Standorten bedacht werden. In München mehren sich die Anzeichen, dass Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel und Waldsassen im Landkreis Tirschenreuth neue Ämterstandorte werden.

Entscheidung im März

Gute Chancen werden zudem Vohenstrauß im Landkreis Neustadt/WN eingeräumt. Dort sind dem Vernehmen nach aber auch noch Windischeschenbach und Grafenwöhr im Rennen. Hoffnungen macht sich zudem Amberg, wo in zwei Jahren die Leopold-Kaserne schließen wird. Welche Behörden oder Ämter mit wieviel Personal umziehen sollen, ist noch offen. Söder will die Entscheidung nach internen Gesprächen in der Staatsverwaltung und mit den Personalvertretungen spätestens Ende März bekanntgeben.

Nach Informationen unserer Redaktion gibt es zudem Überlegungen, die Außenstelle des Weidener Landesamtes für Finanzen um 30 bis 40 Stellen aufzustocken. Im Gespräch ist dabei, dort die komplette Dienstreisenbuchung für die bayerischen Staatsbediensteten zu konzentrieren. Bisher findet in Weiden nur die zentrale Abrechnung von Dienstreisen statt.

Bedarf hat auch Amberg angemeldet. "Wir hoffen nach wie vor darauf, dass Söder eine positive Nachricht überbringt", sagte Oberbürgermeister Michel Cerny. Söder war in den vergangenen Monaten öfter zu Gast an der Vils, zuletzt am Montag. Demnächst werde er wieder in Amberg sein, verriet er dem Bayerischen Rundfunk. Weil es in Sachen Behördenverlagerung etwas zu verkünden gebe, soll er sinngemäß gesagt haben. Erhält also Amberg die versprochene Behörde? Tina Dangl, Pressesprecherin Söders, wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

"Es wird etwas kommen"

Ein klare Zusage will in Söders Äußerung ohnehin noch niemand erkennen, eine versteckte Botschaft aber durchaus. Der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger sagte: "Solche Andeutungen humorvoller Art könnte er nicht tätigen, wenn Amberg leer ausgehen sollte." Hinweise hat Söder indes auch schon andernorts gegeben: Beim Neujahrsempfang in Weiden etwa kündigte er bezüglich der Kreise Wunsiedel, Tirschenreuth und Neustadt/WN an: "Da wird etwas kommen." Söder sprach von "guten Perspektiven" und "sehr vielen Arbeitsplätzen".
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