Gesundheitssystem geht kaum auf Bedürfnisse Älterer ein
Hilfe im Alltag nötig

Das derzeitige Gesundheits- und Pflegesystem geht nach einer Studie nicht ausreichend auf die Bedürfnisse älterer Menschen ein. Eine integrierte Pflege, die mehr Hilfe im Alltag biete, könnte häufig teure stationäre Aufenthalte verhindern oder zumindest verkürzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Studie im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC).

Die Akteure im Gesundheitswesen seien sehr spezialisiert und arbeiteten getrennt voneinander. Dies führe zu Doppel- und Dreifachbehandlungen und damit zu unnötigen Mehrkosten. PwC-Experte Michael Burkhart erläuterte, Senioren betrachteten Gesundheit ganz unterschiedlich. "Was die einen als Krankheit empfinden, die behandelt werden sollte, betrachten andere als altersbedingte Beschwerden, die sie für sich akzeptieren." Letztere benötigten lediglich Hilfe für Dinge, die sie nicht mehr selbst schaffen. Ansonsten könnten sie ihr Potenzial voll ausschöpfen. "Unser Gesundheitswesen bietet da kaum Unterstützung und fragt alte Menschen nicht nach ihren Bedürfnissen", kritisierte Burkhart. Um das Gesundheitssystem angesichts der alternden Gesellschaft dauerhaft zu finanzieren, empfehlen die PwC-Experten alternative Vergütungssysteme wie pauschale Vorauszahlungen pro Versichertem.
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