Gewerkschaft sieht "Misswirtschaft" bei Bundespolizei
Beamte im Dauerstress

Die Zahl illegaler Einreisen nach Deutschland steigt rasch und stellt die Bundespolizei vor wachsende Probleme. Im laufenden Jahr hätten Beamte rund 63 000 unerlaubt eingereiste Personen aufgegriffen, sagte der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, am Montag in Berlin bei der Vorstellung des Jahresberichts seiner Behörde für 2014. Gleichzeitig nahm die Bundespolizei im vergangenen Jahr mehr als 2100 Schleuser fest. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres waren es bereits rund 1500 Schleuser. Jörg Radek - bei der Gewerkschaft GdP zuständig für die Bundespolizei - beklagte, die Behörde bekomme ständig neue und komplexe Aufgaben, habe dafür aber nicht ausreichend Personal und Ausstattung. "Die Zustände in der Bundespolizei kann man nur noch als grob fahrlässige Misswirtschaft bezeichnen", sagte er. Die Beamten seien extrem überlastet, die Zahl der Fehltage sei groß. Hinzu kämen heruntergekommene Dienststellen und veraltete IT-Technik. Langsame Rechner und Überlastung der Beamten seien auch ein Grund für Probleme bei der Erfassung von Flüchtlingen. Die Zahl der Asylbewerber insgesamt geht weiter nach oben. Im ersten Halbjahr baten rund 179 000 Menschen um Asyl, teilte das Bundesinnenministerium mit.
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