Globaler Klima-Risiko-Index
Entwicklungsländer büßen für Klima-Sünden der Industriestaaten

Marrakesch. Überschwemmungen, Erdrutsche, Hitzewellen und andere Wetterextreme verwüsten vor allem Entwicklungsländer. In den vergangenen 20 Jahren litten darunter besonders Honduras in Zentralamerika, Myanmar in Südostasien und die Karibikinsel Haiti. Das geht aus dem Globalen Klima-Risiko-Index hervor, den die Umweltorganisation Germanwatch am Dienstag bei der Klimakonferenz im marokkanischen Marrakesch vorgestellt hat.

"Für viele Menschen ist der Klimawandel weit weg, aber mit unserem Index zeigen wir, dass die wichtigen Diskussionen, die wir hier führen, in tatsächlichen Ereignissen wurzeln", erklärte der Hauptautor Sönke Kreft. "Man kann kein einzelnes Ereignis auf den Klimawandel zurückführen, aber man kann eine ganze Liste darauf zurückführen." Der Bericht stützt sich auf Daten des Rückversicherers Munich Re sowie Informationen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Weltweit starben demnach zwischen 1996 und 2015 beinahe 530 000 Menschen durch extreme Wetterereignisse. Die wirtschaftlichen Verluste beliefen sich auf knapp 3,1 Billionen US-Dollar (etwa 2,8 Billionen Euro).

Deutschland war im gleichen Zeitraum mit einer Schadenssumme von durchschnittlich knapp 3,6 Milliarden US-Dollar (ungefähr 3,26 Milliarden Euro) pro Jahr die am drittstärksten betroffene Industrienation. In der Bundesrepublik machten sich unter anderem schwere Stürme wie der Orkan Kyrill 2007 oder die wiederholten schweren Hochwasser bemerkbar. Unter den zehn Staaten, denen extreme Wetterereignisse im vergangenen Jahr besonders zugesetzt haben, sind auch die vier afrikanischen Länder Mosambik, Malawi, Ghana und Madagaskar. Die vergangenen fünf Jahre waren nach Angaben von UN-Experten die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 09.11.2016 | 18:46  
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