Grenzschutzagentur Frontex warnt vor Sicherheitsrisiko
IS erbeutet zahlreiche Pässe

Berlin. Die mit der Überwachung illegaler Einwanderung beauftragte EU-Grenzschutzagentur Frontex warnt vor Gefahren wegen gefälschter oder gestohlener Pässe. "Die großen Ströme von Menschen, die derzeit unkontrolliert nach Europa einreisen, stellen natürlich auch ein Sicherheitsrisiko dar", sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri der "Welt am Sonntag". Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Syrien, Irak und Libyen in mehreren Städten die offiziellen Behörden übernommen und zahlreiche echter Passdokumente erbeutet - der Zeitung zufolge mutmaßlich Zehnttausende.

Der Frontex-Chef sagte, seine Beamten kontrollierten zwar sehr genau, ob Flüchtlinge möglicherweise mit gefälschten oder gestohlenen Papieren einreisten. "Dennoch ist die Aussagekraft von Flüchtlingspässen aus unserer Sicht sehr begrenzt", so Leggeri. In einem Bürgerkriegsland wie Syrien könne schließlich niemand garantieren, "dass die Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden". Bereits im März war berichtet worden, dass dem IS im ostsyrischen Al-Rakka rund 3800 syrische Blanko-Reisepässe in die Hände gefallen sind.

Anfang 2016 will Deutschland die EU-Grenzschutzagentur in Griechenland mit knapp 180 Polizisten unterstützen. Die Bundesregierung hat Frontex für den Seegrenzen-Schutz 179 Bundespolizisten für den Zeitraum Januar bis März angeboten. Von März an können zwei Einsatzboote der Bundespolizei zur Verfügung gestellt werden, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Wochenende.
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