Griechen haben die Wahl

Urnengang in Athen: Die Griechen bereiten sich auf die Parlamentswahl am Sonntag vor. Von deren Ausgang hängt viel ab - für das Land und für die gesamte Euro-Zone. Bild: dpa

Vor der Wahl in Griechenland steigt die Spannung. Alles deutet auf einen Sieg des Linksbündnisses Syriza hin. Doch der konservative Regierungschef Samaras gibt sich kämpferisch.

Vor der Parlamentswahl in Griechenland deutet alles auf einen Sieg des Linksbündnisses Syriza hin. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage lag die Linkspartei von Alexis Tsipras etwa sechs Prozentpunkte vor der konservativen Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras. Offen ist, wie die Euro-Partner auf einen Regierungswechsel reagieren werden. Griechenland wählt am Sonntag ein neues Parlament. Rund 9,8 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Das Ergebnis gilt als richtungweisend für die Fortsetzung des Sparkurses. Syriza-Chef Tsipras will im Falle eines Sieges einen Schuldenschnitt mit den Geldgebern aushandeln. Die Staatsverschuldung Griechenlands liegt bei 320 Milliarden Euro, das sind knapp 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem drohte mit einem Ende der finanziellen Unterstützung, sollte sich die künftige Führung in Athen nicht an die Abmachungen mit den internationalen Geldgebern halten. "Wer Unterstützung braucht, um seine Wirtschaft und seine öffentlichen Ausgaben zu finanzieren, der muss sich auch an Bedingungen halten", sagte Dijsselbloem "Spiegel Online". Bedingungslose Kredite werde es nicht geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Florenz: "Wir warten ab, bis die griechischen Bürger frei und unabhängig wählen. Dann werden wir ins Gespräch kommen mit der Regierung, die gewählt ist und werden dann darüber sprechen, wie wir den Weg fortsetzen." Der konservative Regierungschef Antonis Samaras warnte zum Abschluss seines Wahlkampfes am Freitagabend in Piräus vor einem Sieg des Linksbündnisses. In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe seine Regierung die Grundlagen für neues Wirtschaftswachstum gelegt, sagte er. Syriza werde diese Entwicklung zerstören.

Bonus für Gewinner

Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Marc im Auftrag des Senders Alpha kam Syriza auf 32,2 Prozent. Die Konservativen lagen bei 26 Prozent. Die stärkste Fraktion profitiert von einer Besonderheit des griechischen Wahlrechts: Ihr werden 50 der 300 Sitze zusätzlich zugeschlagen. (Kommentar)
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