Griechenlands Reformliste noch immer nicht fertig - Keine Rente unter 62 Jahren?
Kein Durchbruch vor Ostern

Der Poker um neue Milliarden für das pleitebedrohte Griechenland zieht sich länger hin als erwartet. Entgegen ersten Annahmen wollen die Euro-Finanzminister nicht mehr vor Ostern zusammenkommen, um in Athen dringend benötigte Hilfsgelder freizugeben. Das verlautete am Montag aus EU-Kreisen in Brüssel.

Damit scheint auch die Kassenlage in Athen weniger dramatisch zu sein als ursprünglich angenommen. Noch in der vergangenen Woche war davon die Rede gewesen, dass der Regierung schon Anfang April das Geld ausgehen könne.

Vertreter Griechenlands und der Geldgeber (IWF, Europäische Zentralbank und EU-Kommission) verhandelten weiter über eine komplette Reformliste - die es aus Berliner Sicht bisher nicht gibt. Laut Athener Regierungskreisen ist die Liste kein Tabu - es könnten in den Verhandlungen einzelne Maßnahmen hinein- oder herausgenommen werden. Vor allem eine verstärkte Bekämpfung der Steuerhinterziehung soll dem griechischen Staat neue Einnahmen von drei Milliarden Euro bringen. Bei den Reformen ist dem Vernehmen nach unter anderem ein Anheben des Höchststeuersatzes bis auf 45 Prozent geplant. Auch eine neue Immobiliensteuer oder eine höhere Mehrwertsteuer für Luxuswaren sind im Gespräch. Änderungen bei den Renten sind nicht mehr ausgeschlossen. In Athen war von einer möglichen Regelung zu hören, dass grundsätzlich keiner unter 62 Jahren in Rente gehen solle. "Es ist Griechenlands letzte Chance, der EU endlich etwas zu liefern", sagte der CDU-Außenpolitiker Elmar Brok.
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