Große Winter-Offensive

Auf dem Flugplatz von Tschugujew nahe der Großstadt Charkow übergab der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko neues Kriegsgerät an die Truppen. Poroschenko glaubt weiter, die umkämpften Gebiete in der Ostukraine zurückerobern zu können. Bild: dpa

In den Regionen Donezk und Lugansk sind am Wochenende mindestens 14 Menschen getötet worden. In vielen Orten fehlt das Gas zum Heizen und Kochen. Im Kriegsgebiet herrschen tiefe Minustemperaturen, Wasserleitungen sind eingefroren.

Ungeachtet der Friedensbemühungen kündigte der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak eine neue Teilmobilisierung an, um erschöpfte Soldaten im Unruhegebiet auszuwechseln. Außerdem rüstet sich die ukrainische Armee mit Dutzenden neuen Panzern und Hubschraubern kurz vor Wintereinbruch für den weiteren Kampf gegen prorussische Separatisten. Staatspräsident Petro Poroschenko übergab das Kriegsgerät dem Militär bei einer Zeremonie auf dem Flugplatz von Tschugujew nahe der Großstadt Charkow, die Sitz eines Panzerwerks ist.

Offiziell gilt eine Waffenruhe in den Regionen Donezk und Lugansk, aber die Feuerpause ist brüchig - fast täglich sterben Kämpfer, Soldaten und Zivilisten. OSZE-Beobachter im Raum Donezk berichteten von 100 Militärlastwagen, die sich ohne Kennzeichen in der Krisenregion bewegt hätten. Der Westen wirft Russland vor, die moskautreuen Aufständischen mit Kriegsgerät und Kämpfern zu unterstützen. Die Separatisten betonen jedoch, die Lastwagen von der ukrainischen Armee erbeutet zu haben.

Dutzende neue Panzer

Am Tag der Streitkräfte stellte Poroschenko unter anderem mehr als 31 neue Panzer in Dienst. Darunter sind Kettenfahrzeuge des Typs T-72, deren Elektronik und Navigationsausrüstung modernisiert wurden. Auch Panzer des Typs T-64 wurden übergeben; sie verfügen über eine automatische Ladeeinrichtung und verbesserten Splitterschutz. Des weiteren kann die Armee künftig Schützenpanzer der Typen SPW-3e und SPW-4e einsetzen. Poroschenko stellte auch Haubitzen 2C1 sowie Mehrzweckhubschrauber Mi-8 und Mi-2 in Dienst. "Mit diesen mehr als 100 technischen Kampfmitteln und Ihrer Liebe zur Heimat rückt die Stunde der Befreiung unseres Landes von den Feinden näher", sagte der Präsident. Er gebe aber die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des schweren Konflikts nicht auf.

Gezerre um Dieselmotoren

Neben der CDU fordert am Wochenende auch Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour die Ausfuhr deutscher Dieselmotoren für ukrainische Truppentransporter. "Die Ukraine ist auf die Dieselmotoren dringend angewiesen. Deutschland sollte diese Lieferung endlich genehmigen", sagte er. "Das Zögern der Bundesregierung ist nicht verständlich, und hilft indirekt allen, die die Staatlichkeit in der Ukraine schwächen wollen." Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin hatte Ende November die Anfrage an Deutschland bestätigt. Die Armee müsse sich auf eine Winteroffensive der Separatisten vorbereiten.
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