Halbe Milliarde für Syrer

Jeder zweite Syrer ist auf der Flucht. Die Nachbarländer haben Millionen Menschen aufgenommen, stoßen aber an ihre Grenzen. Die Staatengemeinschaft sagt langfristige Finanzhilfe zu. Doch nur wenige Länder, darunter Deutschland, werden konkret.

Die Bundesregierung hat den Nachbarländern Syriens eine halbe Milliarde Euro für Flüchtlingshilfe in den nächsten drei Jahren zugesagt. Hinzu kommen zusätzliche 140 Millionen für die Aufnahme von Bürgerkriegs-Flüchtlingen im laufenden Jahr. Das gaben Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller bei einer internationalen Flüchtlingskonferenz mit Vertretern von 40 Ländern und Organisationen in Berlin bekannt.

Die Teilnehmer verpflichteten sich insgesamt, Länder wie Jordanien, den Libanon und die Türkei stärker zu unterstützen. Konkrete Zusagen machten aber nur Deutschland und die USA mit zusätzlichen zehn Millionen US-Dollar (7,8 Millionen Euro). "Die Weltgemeinschaft lässt die Flüchtlinge aus Syrien nicht alleine", sagte Steinmeier und versprach den Nachbarländern weitere Hilfe. Zur Aufnahme von syrischen Flüchtlingen etwa in der Europäische Union enthält das Abschlussdokument der Konferenz aber keine Zusagen.

Der libanesische Ministerpräsident Tammam Salam sagte auf der Konferenz, sein Land habe die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Ähnlich äußerte sich der jordanische Außenminister Nasser Judeh, der auch von zunehmenden sozialen Spannungen in seinem Land berichtete. Der stellvertretende türkische Außenminister Naci Koru beklagte in Berlin, sein Land trage Kosten von vier Milliarden US-Dollar, werde von der internationalen Gemeinschaft aber nur mit rund 250 Millionen Dollar unterstützt. (Kommentar und Seite 8)
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