Hanfpflanze auf dem Balkon des Grünen-Chefs ruft Justiz auf den Plan
Ermittlungen gegen Özdemir

Der Grünen-Parteivorsitzende Cem Özdemir. Bild: dpa
Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir wegen des Besitzes von Hanfpflanzen. Die Immunität des Bundestagsabgeordneten sei wegen des Verdachts auf Anbau von Betäubungsmitteln bereits im Dezember aufgehoben worden, bestätigte eine Parteisprecherin am Sonntag in Berlin.

Zuvor hatte "Bild am Sonntag" darüber berichtet. Auslöser ist ein Video mit Özdemir auf seinem Balkon, auf dem eine Hanfpflanze zu sehen ist. Das Video hatte den Grünen-Chef im Sommer bei der Ice-Bucket-Challenge gezeigt. Dabei hatte er sich wie viele andere Menschen einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gegossen. Mit der Aktion sollten Spenden für den Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS gesammelt werden. Neben Özdemir war eine Hanfpflanze zu sehen. Schon damals hatte er von einem "bewusst gesetzten" politischen Statement gesprochen. Am Wochenende fügte er hinzu: "Die Absurdität der deutschen Drogenpolitik zeigt sich doch, wenn Staatsanwaltschaft und Polizei wegen eines politischen Statements in Form einer sorgsam platzierten Hanfpflanze in einem Video ermitteln müssen."

Hinzu kommt ein zweiter Vorfall. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen einer öffentlich an Özdemir überreichten Hanfpflanze, wie die Partei mitteilte.
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