Hauskrach bei Vertriebenen

Die Wahl des Düsseldorfer Historikers Winfrid Halder (52) an die Spitze der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin hat neuen Streit ausgelöst. Mindestens fünf Mitglieder des hochkarätigen wissenschaftlichen Beirats erklärten am Dienstag ihren sofortigen Rücktritt, darunter auch der Beiratsvorsitzende Prof. Stefan Troebst aus Leipzig. Die Stiftung soll eine Dauerausstellung über die Vertreibungen im Europa des 20. Jahrhunderts erarbeiten. Doch seit Jahren wird über Konzept und Personalien gestritten.

Die Stiftungsratsvorsitzende, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), reagierte gelassen. "Das ist nichts Ungewöhnliches", sagte ihr Sprecher. Die fünfjährige Amtszeit des Beraterkreises laufe im Herbst ohnedies aus. Halder, seit 2006 Leiter der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf, war am Montag zum Nachfolger von Stiftungsdirektor Manfred Kittel gewählt worden. Dieser war Ende des Jahres von seinen Aufgaben entbunden worden, weil er sich mit den wissenschaftlichen Beratern überworfen hatte.
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