Heftige Kämpfe in Syrien
Armee __rückt auf Aleppo vor

Aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs sind zahlreiche Städte und Dörfer in Syrien zerstört. Bild: dpa

Im Januar sollen Syriens Konfliktparteien zu Friedensgesprächen zusammenkommen. Der Bürgerkrieg wird dennoch mit unverminderter Härte fortgesetzt. In Aleppo geraten die Rebellen unter Druck. Der Iran will eine Rote Liste der zu ächtenden Terrorgruppen.

New York/Damaskus. Syriens Regierung erhöht trotz anstehender Friedensgespräche den Druck auf die Rebellen. Nach Angaben von Aktivisten und staatlichen Medien verdrängten Soldaten gemeinsam mit Kämpfern der libanesischen Hisbollah am Wochenende islamistische Milizen von einer wichtigen Anhöhe südlich von Aleppo. Zuvor nahmen laut Menschenrechtsbeobachtern syrische und russische Kampfflugzeuge die Region unter Beschuss. Aleppo gilt als einer der strategisch bedeutendsten Kriegsschauplätze.

Am Freitagabend hatte sich der UN-Sicherheitsrat auf einen Plan zur Befriedung Syriens geeinigt. Gespräche zwischen Vertretern des Regimes von Präsident Baschar al-Assad und der Opposition sollen in der zweiten Januar-Hälfte beginnen. Die Schirmherrschaft darüber haben die Vereinten Nationen. Die genaue Zusammensetzung der Verhandlungsdelegationen ist unklar. Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan da Mistura, will dazu Anfang Januar Einladungen verschicken. Erwartet wird, dass es dann neue Diskussionen gibt: Die internationale Syrien-Gruppe aus 17 Staaten konnte sich bislang auf keine Liste einigen, wer von der Opposition am Verhandlungstisch sitzen darf und wer als Terrorgruppe außen vor bleiben muss.

Ziel ist die Bildung einer Übergangsregierung innerhalb von sechs Monaten. Spätestens dann müsste aber auch Assads Schicksal geklärt werden. Die Frage wurde von der Syrien-Gruppe vorerst ausgeklammert, weil man sich darüber nicht einigen kann. Die Opposition sieht den Friedensplan kritisch. Der führende Vertreter der im Istanbuler Exil ansässigen Nationalen Syrischen Koalition, Samir Naschar, sagte der dpa: "Der Beschluss ist nicht realistisch und wird schwierig umzusetzen sein." Die Opposition fordert, dass der Staatschef schon mit Beginn einer Übergangsphase abtritt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die Resolution als große Chance. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte vor zu viel Euphorie. Nach seiner Rückkehr aus New York sagte er in Berlin, die verbliebenen Hürden würden nicht unterschätzt. Russland und der Iran - Assads wichtigste Schutzmächte - stehen fest zum syrischen Präsidenten. Andere Länder wie die USA fordern seinen Rücktritt.
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