Heftige Reaktionen auf Programmparteitag
CDU-Generalsekretär: AfD tritt Werte mit Füßen

Berlin/München. Nach ihrem Bundesparteitag schlägt der AfD eine Welle der Ablehnung entgegen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte am Montag nach einer CDU-Präsidiumssitzung in Berlin: "Aus unserer Sicht ist die AfD eine Anti-Deutschland-Partei, weil sie die Werte mit Füßen tritt, die unser Land groß, stark und erfolgreich gemacht haben." Die AfD wolle ausgrenzen und selbst entscheiden, wer zur Gesellschaft gehöre. CSU-Chef Horst Seehofer erklärte, eine gemeinsame Vision von CDU und CSU könne ein weiteres Erstarken der AfD verhindern. "Eine vernünftige, gute, dem Lande dienende Zukunftsvision der Union - das ist die richtige Antwort", sagte Seehofer in München.

Die AfD hatte auf dem Bundesparteitag in Stuttgart erstmals ein Grundsatzprogramm verabschiedet. Darin heißt es unter anderem, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Die evangelische Kirche hält die Positionen einiger AfD-Politiker für nicht mit dem Grundgesetz und den Werten des Christentums vereinbar. "Teile der AfD stellen das Recht auf freie Religionsausübung in Frage und wollen ganze Gruppen von Menschen vom öffentlichen Leben Deutschlands ausgrenzen", erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Der Zentralrat der Muslime warf der AfD vor, ihr Parteiprogramm sei durchzogen von Demagogie und Populismus. "Ein solch islamfeindliches Programm ... spaltet nur unser Land", sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sieht auch nach dem AfD-Programmparteitag keinen Anlass, die Partei als Ganzes zu beobachten. "Es gibt keine neue Lage", sagte BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen in Berlin.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.