Hilfe für Polizei
Herrmann will Sicherheitswacht aufstocken

Zwei Mitglieder der Sicherheitswacht gehen im Univiertel in Augsburg auf Streife. Wenn es nach Innenminister Joachim Herrmann geht, soll es künftig deutlich mehr solcher Aufpasser geben. Bild: dpa

Die Sicherheitswacht geht auf Streife, wo es an Polizei fehlt. Jetzt will Innenminister Herrmann mehr bayerische Bürger für dieses Ehrenamt gewinnen. Hilfspolizei oder Bürgerwehr soll die Truppe aber nicht sein.

München. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will die freiwillige Sicherheitswacht im Freistaat deutlich ausbauen. 780 Männer und Frauen gehen derzeit in 129 Städten und Gemeinden auf Streife - bis 2020 sollen es nach den Vorstellungen des Ministers 1500 Mitglieder werden. "Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens", sagte der CSU-Politiker am Dienstag in München. "Bürger schützen Bürger. Dazu brauchen wir keine Bürgerwehr oder andere gspinnerte Ideen."

Straftäter festhalten


Herrmann zufolge sollen die Angehörigen der Sicherheitswacht keine Hilfspolizei sein, wohl aber "verlängerter Arm" der Polizei. Bei Gefahr im Verzug sind sie befugt, Personalien festzustellen, Platzverweise auszustellen und mutmaßliche Straftäter festzuhalten. "Verdächtige Beobachtungen" könnten sie schnell über Funk weitergeben. Allerdings bekräftigte Herrmann: "Das Eingreifen ist und bleibt Aufgabe unserer Polizei."

"Von 60 Bewerbern haben wir im Jahr 2016 ingesamt 13 genommen", sagte der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä. Interessierte Bürger müssten zwischen 18 und 60 Jahren alt sein, eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung und einen einwandfreien Leumund besitzen. Etwa zehn Stunden im Monat sind Pflicht, für die geleisteten Dienstzeiten gibt es acht Euro pro Stunde Aufwandsentschädigung. Nach einer Schulung von 40 Stunden gehen die Ehrenamtlichen zu zweit auf Patrouille - ausgerüstet mit Funkgerät und Reizgas und durch eine Jacke oder Armbinde gekennzeichnet. 1994 war die Sicherheitswacht ins Leben gerufen worden. 2010 hatte die Staatsregierung eine Aufstockung auf 1000 Mitglieder angestrebt.

Bürger schützen Bürger. Dazu brauchen wir keine Bürgerwehr oder andere gspinnerte Ideen.Joachim Hermann (CSU), bayerischer Innenminister
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