Hillary Clintons würdiger Abschied von der politischen Bühne
Feste Stimme, gerader Rücken

Der Bill und Hillary Clinton. Bild: dpa

Washington. Im Angesicht der Niederlage ist sie noch einmal ganz Profi. Hillary Clinton mag gegen Donald Trump verloren haben, es war eine bittere Niederlage nach einem hässlichen Wahlkampf, aber der Abschied der Demokratin von der politischen Bühne ist würdevoll, staatsmännisch.

Aufrecht tritt die 69-Jährige am Mittwochmorgen vor ihre Mitarbeiter und Weggefährten. Sie sei stolz auf das Team, auf die vergangenen eineinhalb Jahre, auf das, was man erreicht habe, sagt sie. Dass es am Ende nicht reichte, tue weh. "Diese Niederlage schmerzt." Ihre Augen glänzen, aber die Stimme versagt ihr nicht ein einziges Mal. Clinton wollte Geschichte schreiben, die erste Präsidentin der USA werden. Ihr ganzes Leben hat sie auf diesen Moment hingearbeitet. Am Ende unterliegt sie dem Demagogen und vor allem den vielen wütenden weißen Männern im Land. Es ist ein hässliches, bitteres Ende für Clinton, in einem Wahlkampf, der an bitteren Momenten nicht gerade arm war. Hinter ihr liegen Monate voller Hysterie. Der ganze Hass, all die niederträchtigen Sprüche. Die vielen Männer und Frauen, die schrien, sie gehöre eingesperrt. Ihre T-Shirts, auf denen stand, sie sei ein Miststück, eine Schlampe.

Am Anfang war sie die Favoritin, am Ende nur das kleinere Übel. Das hat viel mit Trump zu tun, aber auch mit ihr selbst. Es gab in diesem Wahlkampf nur einige wenige Momente, in denen Clinton ganz bei sich war. Als sie Trump in der ersten Fernsehdebatte vorführte, mit Fakten und Zahlen auftrumpfte, war das so ein Augenblick. Da stand die Staatsfrau, die sie sein kann, die sie eigentlich schon lange ist. Sie hat ihre Gelegenheit nicht bekommen. Sie darf die große Bühne nicht betreten.
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