Hintergrund: Die Ortskräfte der Bundeswehr

Die Bundeswehr beschäftigt bei ihrem Einsatz in Afghanistan einheimische Mitarbeiter, die sogenannten Ortskräfte. Sie arbeiten als Übersetzer, Fahrer, Fluglotsen oder Handwerker. Ende Januar 2012 haben 1400 Afghanen für die Bundeswehr gearbeitet, aktuell sind es noch rund 520.

Wenn sie wegen ihrer Arbeit etwa von den Taliban bedroht werden, können Ortskräfte beantragen, mit Ehepartner und Kindern nach Deutschland auszureisen. Bislang haben fast 1320 afghanische Ortskräfte der Bundeswehr angegeben, dass sie gefährdet sind.

Zusammen mit Beschäftigten der deutschen Polizei, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, des Auswärtigen Amtes und der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Afghanistan sind das insgesamt fast 1560 Ortskräfte, die sich bedroht fühlen. Bereits eingereist sind fast 390 von ihnen. Sie bekommen eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre, die je nach Sicherheitslage verlängert werden kann.

Die ehemaligen Ortskräfte bekommen Unterstützung vom zuständigen Jobcenter, bis ihr Deutsch gut genug für den Arbeitsmarkt ist. Bis dahin dürfen sie das Bundesland, dem sie zugewiesen worden sind, nicht verlassen. (dpa)
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