Historiker Benz rät zur Gelassenheit
AfD ist Salon-Version von Gassen-Pegida

Berlin. Der Zeithistoriker Wolfgang Benz hat sich in der Debatte um den Umgang mit der AfD für mehr Gelassenheit ausgesprochen. "Frau Petry muss nicht in jeder Talkshow sitzen und Grimassen schneiden, was dann am nächsten Tag in jeder Zeitung nachzulesen ist", sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Volksparteien dürften indes nicht "nach rechts außen oder nach links außen schielen, sondern sie müssen Werte verkörpern und wieder glaubwürdig werden".

Die AfD sei die "Salon-Ausgabe von Unzufriedenheit und Unverständnis über unser demokratisches System, von Unbehagen gegen als bedrohlich empfundene Zustände".

Die "Gassen-Version" sei Pegida, und beider gemeinsamer Nenner sei "das Feindbild der Muslime. Die Islamfeindlichkeit fungiert als Aushängeschild, als Bindeglied für Ängste, reaktionäre Wünsche, Europafeindlichkeit und abgestandenen Nationalismus". Heute dürften Muslime mit ähnlichen Methoden diskriminiert und ausgegrenzt werden, "die gegenüber Juden als hochanstößig empfunden werden", kritisierte Benz. Die Feindseligkeit konzentriere sich auf Flüchtlinge als "diejenigen, die am meisten sichtbar sind".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.