Höhere Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung
Zuzahlung 2015 gestiegen

Berlin. Gesetzlich Versicherte werden nicht nur durch höhere Zusatzbeiträge belastet, sondern auch durch steigende Zuzahlungen für medizinische Leistungen. In den ersten drei Quartalen 2015 lagen die gesamten Zuzahlungen um 125 Millionen Euro höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. Betrachtet man die Entwicklung seit 2010, nahmen die Zuzahlungen bis 2012 von gut 5 Milliarden auf 5,5 Milliarden zu. 2013 und 2014 lagen sie bei 3,6 und 3,7 Milliarden Euro, nachdem die Praxisgebühr wieder abgeschafft worden war.

Generell ist die Politik für die Höhe der Zuzahlungen verantwortlich. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, erläuterte: "Der aktuelle Anstieg geht auf die Ausgabenentwicklung zurück. Wenn insgesamt mehr Medikamente verschrieben werden und die Menschen häufiger in der Klinik sind, dann steigt auch die Summe der Zuzahlungen." Wer mehr als zwei Prozent seines Bruttoeinkommens im Jahr an Zuzahlungen leisten, ist jedoch davon befreit. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.

Ärger droht bei der geplanten Reform der Ärztehonorare. Die SPD will laut einem Bericht der Zeitungen der Funke-Mediengruppe verhindern, dass Ärzte für Privatpatienten mehr Geld bekommen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte: "Unser Ziel ist die einheitliche Bezahlung der Ärzte, egal, ob sie privat oder gesetzlich versicherte Patienten behandeln."
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