"Hospiz" auch im Ruhestand

33 Jahre lang war Zenta Ruml (vorne, Zweite von links) in Leitungsfunktionen bei der Caritas beschäftigt. Beim Abschied aus dem Berufsleben dankten viele Wegbegleiter fürs Engagement für Alte, Pflegebedürftige und Sterbende. Geschäftsführerin Daniela Friedrich (links) und die neue Hospiz-Koordinatorin Birgit Wölker (rechts) überreichten ein Geschenk. Bild: Portner

"Mein Berufsleben war ein großes Geschenk", sagte Zenta Ruml beim Abschied. Doch für viele Menschen in Notsituationen war sie das Geschenk. Ruml brachte nicht nur die Caritas-Sozialstation Oberviechtach aus den Kinderschuhen, sondern baute auch die landkreisweite Hospizinitiative auf.

Eigentlich wollte sie an ihrem letzten Arbeitstag mit einem Brief an alle Mitarbeiter und einer Spende an die Hospizinitiative "leise Servus sagen". Doch daraus wurde nichts. Einige berufliche Weggefährten hatten sich zur Abschiedsfeier in der Oberviechtacher Sozialstation eingefunden und dankten für die gemeinsame Zeit.

Vom Wandel geprägt

Geschäftsführerin Daniela Friedrich blickte auf 33 Jahre im Dienste der Caritas zurück. So übernahm Zenta Ruml von 1982 bis 2000 - damals noch Krankenpflegehelferin - die Stationsleitung der Sozialstation Oberviechtach und hatte dabei ein Team von 46 Mitarbeiterinnen zu führen. Die gesetzlichen Anforderungen für Leitungskräfte veränderten sich und so absolvierte sie 2002 mit großem Erfolg die Ausbildung zur Altenpflegerin. 2004 und 2005 folgte die Zusatzausbildung zur Palliative-Care-Fachkraft. Schon 1999 startete die Hospizinitiative unter dem Dach der Caritas-Sozialstationen. Aktuell sind es 85 ehrenamtliche Hospizbegleiter, für die Zenta Ruml seit 2004 als Gesamt-Koordinatorin die Ansprechpartnerin war. Dies übernimmt jetzt die bisherige Stellvertreterin Birgit Wölker.

Daniela Friedrich überreichte eine Orchidee und dankte für das überaus große Engagement: "Liebe Zenta, Du warst als Chefin und Mitarbeiterin für dein Team ein großes Geschenk und dies auch für die Institution Caritas." Hier zitierte sie den ehemaligen Geschäftsführer Wilhelm Nees, der beim zehnjährigen Dienstjubiläum meinte: "Sie sind in die Dienste hineingewachsen, weil das, was Sie anfingen, generell gelang." Die Neigung zu Bescheidenheit und Zurückhaltung sei eine große Hilfe gewesen.

Überraschungsgäste

"Meine Person war mir nie so wichtig, wie die Arbeit", sagte Zenta Ruml, als sie sich mit bewegten Worten für die Abschiedsgeschenke und Überraschungsgäste bedankte. Dazu gehörten Ingeborg Tijssen-Schreier und Birgit Kramer, die 1999 die Schulung der Hospizhelfer starteten, sowie auch Referenten und die Pflegedienstleitungen der vier Caritas-Sozialstationen. Nachdem die Hospizinitiative bei der Sozialstation Nittenau angesiedelt ist, war auch der dortige Stadtpfarrer Adolf Schöls gekommen.

"Ich danke allen für die Wertschätzung und das Vertrauen, sowie für die vielen persönlichen Begegnungen", betonte Ruml. Sie sei sehr froh, mit Birgit Wölker eine Nachfolgerin gefunden zu haben. Diese überreichte ein Zertifikat für den Hospizbegleitdienst und bekräftigte: "Ich freue mich, wenn du weiterhin bei uns ehrenamtlich mitarbeitest!"
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