Immer mehr Minderjährige verlassen auf eigene Faust ihr Zuhause
Unicef: 50 Millionen Kinder auf der Flucht

New York. Alarmierende Zahlen des UN-Kinderhilfswerks: 50 Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht oder haben ihr Zuhause auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen müssen. Immer mehr Kinder sind allein unterwegs. Dabei nehmen sie zahllose Gefahren auf sich wie Ertrinken, Unterernährung, Menschenhandel, Missbrauch bis hin zu Vergewaltigung und Mord. Aus einem in der Nacht zum Mittwoch in New York veröffentlichten Unicef-Bericht mit dem Titel "Entwurzelt" geht hervor, dass jedes 200. Kind auf der Welt inzwischen ein Flüchtling ist.

28 Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und anderen Gefahren. 17 Millionen davon suchen im eigenen Land nach Schutz, weitere 11 Millionen im Ausland. 20 Millionen Kinder verließen ihre Heimat, um ein besseres Leben zu finden. Ein Grund für die hohen Zahlen liegt darin, dass zum ersten Mal globale Daten erfasst und verknüpft wurden. Zweitens haben die Konflikte in Syrien und auch in Afghanistan besonders große Konsequenzen gerade für Kinder. Fast jedes zweite Flüchtlingskind kam 2015 dorther, sagt Unicef.

"Kinder tragen keinerlei Verantwortung für Bomben und Kugeln, für Bandengewalt, Verfolgung, für schrumpfende Ernten und geringe Familieneinkommen, die sie von zuhause wegtreiben", heißt es in dem Bericht. Insgesamt hat sich die Zahl der fliehenden Kinder in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Unicef schreibt, es sehe ganz so aus, als nähmen immer mehr Kinder lieber das Risiko auf sich, auf einer gefahrvollen Reise alles zu verlieren, als zu Hause zu bleiben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.