Innenminister ärgern sich über Staus von Asylanträgen
Es dauert zu lange

Die Innenminister der Länder sind verärgert über den Bund wegen des Staus von Asylanträgen und fordern flexiblere Arbeitszeiten für die Bearbeitung. "Man kann auch samstags und sonntags durchaus tätig werden", sagte der Chef der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), am Freitag nach Abschluss des Treffens in Koblenz.

Die Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sollen nach Ansicht der Minister flexibler arbeiten - nach dem Vorbild von Ländern und Kommunen. "Flüchtlinge können sich nicht nur an Bürozeiten von 8 bis 16 Uhr halten", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD). Er warnte: "Wir steuern dieses Jahr auf eine Million Asylanträge zu." Derzeit liegen nach Angaben von Lewentz 300 000 alte Fälle auf Halde, dazu würden noch einige Hunderttausend weitere Fälle kommen. Das BAMF, das die Asylanträge bearbeitet, hat 3300 Stellen, im nächsten Jahr sollen 4000 Stellen hinzukommen. BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise sagte bei seinem Besuch der Konferenz laut Lewentz, es werde mindestens bis Mai 2016 dauern, bis die nötige Zahl der Entscheider über die Anträge arbeitsfähig sei. Weise habe die Hoffnung ausgedrückt, dass dann 80 000 Fälle pro Monat bearbeitet werden können.
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